Moderieren in den 1970er Jahren

Moderatoren, Tontechniker, Operatrice, Musikredaktor: So viele Personen standen vor rund 35 Jahren für eine Radiosendung im Einsatz. Heute werden die vielfältigen Aufgaben von ein und derselben Person bewältigt. Maria Cadruvi erinnert sich an früher, als auch beim Radio vieles ganz anders war.

Studio und Regie 1970 im Radiostudio Zürich.
Bildlegende: Studio und Regie 1970 im Radiostudio Zürich. SRF

Noch in den 1970er Jahren gab es einen Gegenstand im Sendestudio, der vor einigen Jahren verbannt worden ist: ein Aschenbecher. Tatsächlich war es damals nicht unüblich, auch während Sendungen Zigaretten zu rauchen. Bei Jean-Pierre Gerwig war es jeweils eine Brissago. Während den Moderationspausen löste dann auch ein Hustenanfall den anderen ab. Sobald Jean-Pierre-Gerwig auf Sendung war, war Husten für ihn ein Fremdwort, grossartig und in professioneller Frische hat er seine Moderationen gelesen. Dann wurde Musik eingespielt und der Moderator gönnte sich im Sendestudio oder in der Regie die nächste Brissago.

Viel Personalaufwand für eine Sendung

Die Erinnerungen an diese Zeiten sind bei Maria Cadruvi noch sehr präsent. Im «Sinerzyt» schildert sie ausführlich die Aufgaben aller Beteiligten einer Sendung von damals. Im geschlossenen Sendestudio sassen die Personen, die die Sendung moderierten. In der Regie bediente der Tontechniker die Regler am Mischpult. Als Assistentin stand ihm eine Operatrice zur Seite, die Tonbänder und Schallplatten auflegte. Häufig gesellte sich noch der für die Sendung zuständige Musikredaktor zu Tontechniker und Operatrice.

Moderation: Jörg Stoller, Redaktion: Maria Cadruvi