Das vergessene Tal

Medium: DVD
Dauer: 110 Min.
Original: Deutsch
Produktion: 1990
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Das  vergessene Tal

Die SBB planen eine neue Streckenführung durch die Alpen. Sondierungsarbeiten für einen grossen Tunnel am Lötschberg sind im Gang. Der Geologe Peter Meissner (Roland Schäfer) versteht nicht, warum sich sein Chef Sauter (Roger Burckhardt) so vehement gegen die Variante Cadrun sperrt, die in seinen Augen die beste und günstigste ist. Er stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Mit einem Gleitschirm erkundet er das Gebirgsmassiv und stürzt dabei ab. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, befindet er sich nicht, wie auf der Landkarte verzeichnet, in einer unwegsamen Schlucht, sondern in einem grünen Tal, das ringsum von senkrechten Felswänden abgeschlossen ist. Er stösst auf Menschen, die offenbar seit Jahrzehnten ein von der Aussenwelt abgeschnittenes Leben führen. Sie begegnen dem Fremden zuerst mit Furcht und feindseliger Ablehnung.

hr Anführer ist ein Greis namens Z'graggen (Erwin Kohlund), der die Gemeinschaft mit seinem religiösen Fanatismus beherrscht. Ein verrückter, in einer Höhle eingesperrt Alter (Hanns Zischler) behauptet, die Menschen im Tal seien Überlebende und Nachfahren von jüdischen Flüchtlingen, die sich seit dem Zweiten Weltkrieg hier versteckt hielten. Sie seien überzeugt, dass draussen immer noch Krieg ist. Schliesslich wird Meissner in die Talgemeinde aufgenommen, vor allem dank Sarah (Corinna Kirchhoff), einer jungen Frau, die vor Kurzem ihren Mann verloren hat. Einerseits ist Meissner fasziniert von der naiven Natürlichkeit dieser Menschen, anderseits empfindet er die freundliche Umarmung, mit der sie ihn auf einmal an sich binden wollen, als bedrohlich.

Bonus: "Stürzen, Fallen, Sterben", ein Statement des Regisseurs

«Das vergessene Tal» wurde 1990 als Eigenproduktion des Schweizer Fernsehens in Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) und dem Österreichischen Rundfunk (ORF) gedreht. An Originalschauplätzen in der Nähe von Kandersteg bauten die Fernsehleute ein aufwendiges Filmset mit einer primitiven Siedlung für die jüdischen Kriegsflüchtlinge. Die Inszenierung dieser ungewöhnlichen Geschichte übertrugen die Produzenten Clemens Klopfenstein («E Nacht lang Füürland»), der hier zum ersten Mal mit einer richtigen Equipe und unter professionellen Bedingungen arbeiten konnte. Die Uraufführung des Films fand anlässlich des Max-Ophüls-Festivals 1991 in Saarbrücken statt; danach war er an den Solothurner Filmtagen, am Filmfestival Amsterdam und in Kassel zu sehen. Das Schweizer Fernsehen wiederholt «Das vergessene Tal» aus Anlass der Eröffnung des Neat-Basistunnels durch den Lötschberg am 16. Juni 2007.