Die grösste Naturkatastrophe der Schweiz

Der Goldauer Bergsturz

Medium: DVD
Dauer: 55 Min.
Original: Schweizerdeutsch/Deutsch
Bildformat: 16:9
Die grösste Naturkatastrophe der Schweiz

Es muss für die Menschen der wahre Weltuntergang gewesen sein, als sich an den Abhängen des Rossbergs tiefe Spalten aufrissen, Bäume durcheinander wirbelten und Gesteinsmassen von 40 Millionen Kubikmetern mit grosser Geschwindigkeit auf Goldau niederstürzten. 457 Menschen kamen ums Leben, ihr Hab und Gut wurde auf einen Schlag vernichtet. Der Dorfarzt und Augenzeuge Karl Zay hat die Schilderungen der Überlebenden in seinem «Schuttbuch» niedergeschrieben. Viele glaubten, der Jüngste Tag sei gekommen, andere waren dem Wahnsinn nahe, weil das Erlebte die menschliche Vorstellungskraft überstieg.

Niemand konnte damals ahnen, dass das öde Schuttgelände zwischen Zuger- und Lauerzersee 200 Jahre später wieder von 10'000 Menschen besiedelt sein würde. Eingeleitet wurde der rasante Aufschwung durch den Bau der Gotthardlinie. Aber auch die Natur hat weite Teile des verwüsteten Gebietes zurückerobert. Besonders berühmt sind die wild wachsenden Orchideen, die Fauna und Flora im Schuttkegel, aber auch der Pionierwald im Abrissgebiet. Doch der Rossberg ruht nicht. Wenn es lange regnet, rutschen seine Hänge immer wieder ab, reissen Wälder und Häuser in die Tiefe. Das wird wegen seiner geologischen Beschaffenheit so bleiben. Solange der Berg steht, «kommt er».

«DOK» zeichnet nicht nur nach, was sich 1806 ereignet hat, sondern begeht den Rossberg mit Einheimischen und Experten, die Brisantes über seinen Charakter und sein Eigenleben erzählen. Goldauer von heute - der Jüngste zwei, die Älteste neunzig Jahre alt - geben den Opfern der grossen Katastrophe eine Stimme, indem sie Szenen des Untergangs nachspielen, wie sie der Dorfarzt Karl Zay überliefert hat. «DOK» zeigt, wie der bewegte Berg das Leben seiner Anwohner, aber auch ihr Verhältnis zu Schicksal und Tod, über Generationen geprägt hat.