Gott und seine Helfer

Kathrin Winzenried auf den Spuren der Basler Mission

Medium: DVD
Dauer: 50 Min.
Original: Schweizerdeutsch/Deutsch
Untertitel: Untertitel Deutsch, Untertitel für Hörbehinderte
Produktion: 2016
Bildformat: 16:9
Gott und seine Helfer

Sie waren überzeugt, den einzig wahren Glauben zu bringen, und scheuten keine Opfer, diesen göttlichen Auftrag zu erfüllen: Die pietistisch geprägten Missionare der Basler Missionsgesellschaft, die 1815 in Basel gegründet wurde. Im Zuge britischer Missionsgesellschaften bildete sich in der offenen, toleranten Stadt Basel alsbald eines der bedeutendsten protestantischen Missionshäuser auf dem europäischen Kontinent: die Basler Mission. Ihr Ziel war es, die sogenannt wohltätige Zivilisation bei den «Heiden» zu verbreiten, das Haupttätigkeitsgebiet war Afrika und Asien.
Trotz ihrer Absicht, Gutes zu tun, hätten die Basler Missionare während der Kolonialzeit aus einem Überlegenheitsgefühl heraus gehandelt, bilanziert der Historiker Georg Kreis. Die Basler hätten in den Missionsgebieten die Kolonialherren als Ordnungsmächte akzeptiert und deren Infrastruktur beansprucht. So sei zwangsläufig eine gewisse Komplizenschaft zwischen Kolonialmächten und Missionaren entstanden.
Wie sehr sich die Missionare ihrem Auftrag verschrieben und diesem alles unterordneten, verdeutlicht Kathrin Winzenried anhand der Geschichte der «Missionskinder». Bis 1953 mussten schulpflichtige Missionskinder die Schule in Basel besuchen. Weit weg von ihren Eltern lebten sie im Kinderhaus der Basler Mission oder bei Verwandten. Nur durch sporadische Briefe erfuhren sie Neuigkeiten aus Übersee. Kam es nach langen Jahren zu einem Wiedersehen mit den Eltern, standen die Kinder meist völlig fremden Menschen gegenüber, die sie nun mit «Vater» oder «Mutter» anreden sollten.
Die Trennungserfahrung traumatisierte viele Missionskinder. Einige konnten sich erst im hohen Alter mit ihrem Schicksal aussöhnen, andere hadern bis heute. «Für Vater war die Mission Berufung, aber dann hätte er keine Kinder auf die Welt stellen sollen», so das ehemalige Missionskind Frieda Göttin. «Erst als ich im Tagebuch meines Vaters sah, dass er auf jeder dritten Seite nach uns Kindern fragte, wusste ich, dass wir ihm etwas bedeuteten.»
Die Basler Mission hat sich über die Jahrzehnte immer auch verändert. Den Wandel miterlebt und teilweise gar ausgelöst hat der Schreiner und Theologe Hans Knöpfli: Der 88-Jährige war sein ganzes Leben für die Basler Mission unterwegs. Im Gespräch mit Kathrin Winzenried erzählt er, wie er in den 1960-Jahren in Kamerun merkte, dass Menschen nebst Bibelpsalmen vor allem Arbeit brauchten. Er habe nicht bloss predigen können, sondern habe handeln müssen. So liess Knöpfli kurzerhand die traditionelle kamerunische Handwerkskunst wieder aufleben, schuf Arbeit und wurde so zum Fairtrade-Pionier - nicht immer im Sinne der damaligen Missionsleitung.
Die Basler Mission nennt sich heute Mission 21. Statt Missionsarbeit im herkömmlichen Sinn steht ökumenische Friedensarbeit im Zentrum. Einst missionierte Afrikaner drängen aber mit ihren Kirchen in die Schweiz. Sie wollen den Glauben zurück nach Europa bringen.