Im Kopf des Bankers

Wo jedes Mass verloren ging

Medium: DVD
Dauer: 50 Min.
Original: Schweizerdeutsch/Deutsch
Untertitel: Untertitel Deutsch, Untertitel für Hörbehinderte
Produktion: 2012
Bildformat: 16:9
Im Kopf des Bankers

Mit seinen 330 Banken und 140 000 Mitarbeitenden ist der Finanzplatz ein wichtiger Zweig der Schweizer Volkswirtschaft. Fast täglich aber künden Schlagzeilen von neu entdeckten Verfehlungen des Geldgewerbes. Im «DOK»-Film «Im Kopf des Bankers» sagt der vormalige UBS-Chef Oswald Grübel: «Ein guter Banker ist jemand, der das Risiko richtig einschätzen kann.» Filmautor Beat Bieri geht der Frage nach, ob zu viele Banker am Werk waren, die zu viele Risiken ihres Handelns falsch eingeschätzt haben.

Jede Krise hat ihre eigenen Umstände - die Immobilienkrise von 1990 etwa, die Dotcom-Krise von 2000 oder die UBS-Krise von 2008. Doch all diesen Krisen, auch den aktuellen, ist eines gemeinsam: fatale Fehleinschätzungen der Risiken, die zum Teil das Ausmass von Realitätsverlusten aufweisen.

Warum zeigen sich Banker bloss so wenig lernfähig? «Bis jetzt hatten die Banker wenig Veranlassung, aus Fehlern zu lernen, weil sie gerettet oder jedenfalls nicht sanktioniert wurden», erklärt ein einstiger UBS-Risikomanager. «Leider muss ich als Liberaler schweren Herzens sagen, dass man die Banken an die Kandare nehmen muss», sagt ein anderer, der nach 30 Jahren Bankbusiness ausgestiegen ist. «Ich sah keinen Lebenssinn mehr darin, Reiche noch reicher zu machen.» Und ein ehemaliger Investmentbanker wechselte in die Realwirtschaft, weil er den Respekt vor seinen Kollegen verloren hat: «Einige von ihnen hätten auch ihre Grossmutter verkauft, um einen guten Deal zu machen.»

Hans-Peter Portmann, überzeugter Banker und Zürcher FDP-Politiker, ist besorgt über den schlechtem Ruf des Bankgewerbes: «Das macht mir sehr zu schaffen, auch viele meiner Kollegen leiden darunter, dass wir heute ein so schlechtes Image haben.»