Krieg der Kulturen - Unterwegs mit Ulrich Tilgner

Eine Reise von Jerusalem nach Kabul

Medium: DVD
Dauer: 120 Min.
Original: Deutsch
Produktion: 2004
Bildformat: 16:9
Krieg der Kulturen - Unterwegs mit Ulrich Tilgner

Ulrich Tilgners grosse Reise von Jerusalem nach Kabul führt ihn heute bis an sein erstes Etappenziel: Bagdad. Der erfahrene Nahostkorrespondent folgt auf seiner Reise den Spuren des grossen Konflikts, der die Region erschüttert. In Dutzenden von Begegnungen und Gesprächen geht er vielen ungelösten Fragen nach, die die Menschen dieser Länder bewegen. Eine der Ursachen sind ohne Zweifel auch die religiösen Gegensätze.
Im Orient sind die drei grossen monotheistischen Religionen entstanden. Krieg und friedliches Zusammenleben zwischen Juden, Christen und Moslems wechselten seit Hunderten von Jahren. Unnachgiebigkeit verhinderte bis heute eine dauerhafte Harmonie. Die Gläubigen beharrten auf ihren Überzeugungen, auch wenn dies immer wieder zu Blutvergiessen und Kriegen führte. Die Besinnung auf die Grundlagen der religiösen Überzeugungen dient immer wieder als Quelle, die Entwicklung einer modernen Zivilgesellschaft abzublocken.
Für die Beduinen bilden Beharrlichkeit und starres Festhalten an überlieferten Regeln die Grundlage für das Überleben in der unerbittlichen Wüste. Gastfreundschaft und Kampf gehen bei ihnen Hand in Hand. Schon vor 2000 Jahren berichteten Geschichtsschreiber über den Kampf zwischen den Stämmen der riesigen Wüstenregionen und den städtischen Gesellschaften der Flusskulturen. So darf es nicht verwundern, wenn die US-Streitkräfte heute den Irak nicht beruhigen können.
Im zweiten Teil seiner Reise von Jerusalem nach Kabul berichtet Ulrich Tilgner über die Situation im Irak, die sich fast täglich zu verschlechtern scheint.
Mit der Besetzung Iraks haben die alliierten Truppen die Reislamisierung der Gesellschaft beschleunigt. Zwischen Schiiten und Sunniten nehmen die Widersprüche zu. Dem Zweistromland droht der Zerfall. Jahrelang hatte Saddam Hussein die Schiiten unterdrückt und deren Aufstandsversuche blutig niedergeschlagen. Statt das Land zu modernisieren, zerstörte der Diktator die politische Kultur Iraks und stärkte die Macht der Stämme.
Auch im Iran war die Welle der Reislamisierung eine Reaktion auf gescheiterte Modernisierung. Jetzt versuchen die in Teheran regierenden Ayatollahs die gesellschaftlichen Spannungen bei der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft zu lösen. Die Regierung ist mit steigenden Konsumwünschen der jungen Generation und den Forderungen nach einer Öffnung des Landes konfrontiert. Nur wenn sie die Spannungen zwischen Tradition und Fortschritt lösen, werden die Geistlichen langfristig ihre Herrschaft sichern können.
Der dritte Teil seiner Reise durch die Konflikte der Region führt Ulrich Tilgner nach Afghanistan. Dort zeigt sich, wie schwer die Schäden langjähriger Kriege zu beseitigen sind. Zwar verhindern ausländische Truppen ein erneutes Aufflammen des Bürgerkrieges. Doch fremde Soldaten und internationale Helfer haben es bis heute nicht geschafft, die Wunden von 25 Jahren Krieg zu beseitigen. Millionen von Hilfsgeldern werden in Kabul ausgegeben, ohne die Bedürftigen zu erreichen.
In den Provinzen nehmen die Anschläge zu, Ausländer begegnen zunehmender Feindschaft. Die arabischen Kommandos der Al Kaida sind längst vertrieben oder haben Afghanistan verlassen, doch die afghanische Taleban-Bewegung gibt sich nicht geschlagen. Anschläge auf ausländische Soldaten und Helfer nehmen gar zu.
In Afghanistan zeigt sich, wie schwer es wird, die Brücke zwischen Orient und Okzident zu schlagen. Doch es gibt Wege, ein Kampf oder Krieg der Kulturen zu verhindern. Ein Beispiel sind Schulen, die in der Tora Bora Region gebaut werden - in einer Gegend, in der Osama Ben Laden noch vor vier Jahren Kommandos für Anschläge in den Metropolen des Westens ausgebildet hat.