Tiere am Limit

Rekorde und Grenzen bei Tieren und Menschen

Medium: DVD
Dauer: 60 Min.
Original: Schweizerdeutsch/Deutsch
Produktion: 2007
Bildformat: 4:3
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Tiere am Limit

Welches ist das schnellste Tier auf dem Land? Und welches das grösste? Wie schwer ist das grösste Meerestier? Für einmal sollen nicht Geparde, Elefanten oder Blauwale die Rekorde liefern, sondern es geht ums Unbekannte und Spektakuläre des Alltäglichen im Tierreich.

Weltmeister in der Vermehrung sind die Kaninchen. Während eine Kaninchenmutter den einen Haufen kleiner Fellknäuel noch säugt, trägt sie den nächsten schon im Bauch und ist kurz vor der Geburt schon wieder für die übernächste Ladung kleiner Kaninchen empfängnisbereit. Und jedes Mal sind es bis zu sechs Junge, die sie zur Welt bringt - eine wahre Gebärmaschine. Kaninchen sind in Europa einheimisch, doch wer hat zum letzten Mal eines in freier Wildbahn gesehen? Kaninchen haben zu viele Feinde. Nicht nur grosse wie Marder, Fuchs und Habicht, sondern auch ganz kleine: so klein, dass sie nur noch aus genetischem Code bestehen. Es sind Viren, die sich schlagartig von Tier zu Tier verbreiten und so für eine drastische Reduktion im Bestand sorgen können. Dasselbe gilt für den Fuchs. Da aber die Tollwut durch Impfung künstlich verdrängt wurde, erreichen die Fuchsbestände unnatürliche Grössen. Doch in der Natur bleibt keine Nische lange unbesetzt: Jetzt ist es die Fuchsräude, die den Tieren zu schaffen macht. Auch wo viele Menschen dicht beieinander leben, haben Viren, Bakterien und Parasiten ein leichtes Spiel. Als gefährlicher Überträger tödlicher Krankheiten hat so der Floh als Überträger der Pest in früheren Zeiten ganze Landstriche leergefegt und Städte menschenleer gemacht.

Wenn Tiere die Grenzen ihrer natürlichen Umgebung überschreiten, kann das ebenfalls zu Rekorden führen. So wurde vor ein paar Jahren in Südeuropa die grösste Ameisenkolonie der Welt entdeckt. Ursprünglich aus Argentinien stammend fanden die Tierchen hier für sie so günstige Bedingungen, dass sie einen Staat aus Millionen von Nestern aufbauen konnten, der sich der Küste entlang von Italien bis nach Spanien erstreckt. Ähnlich rasant hat sich in den Süssgewässern Mitteleuropas die Wandermuschel verbreitet. Ganze Schiffsrümpfe hat sie überzogen und Abwasserrohre so dicht besiedelt, dass sie völlig verstopften. Gleichzeitig mit ihrer Vermehrung gab es plötzlich auch immer mehr Blesshühner, die Wandermuscheln fressen. So hat sich zwischen den Tierarten ein Gleichgewicht eingestellt, und es gibt heute praktisch keine Probleme mehr mit den Muscheln.

Andere Tiere - andere Strategien. Während Kaninchen, Mäuse und Ratten emsig möglichst viele Junge in möglichst kurzer Zeit produzieren und sie dann auch rasch sich selbst überlassen, investieren die Elefanten der afrikanischen Savanne alles in ein Junges. Erst nach einer Tragzeit von fast zwei Jahren erblickt ein Elefantenbaby das Licht der Welt. Dann gilt ihm für vier Jahre die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Mutter. So überlebt auch fast jeder Elefant die gefahrvolle Kinderzeit.

Wo es dem einen gut geht, ist sofort ein anderer zur Stelle und profitiert auch davon. Oder das Futter reicht plötzlich nicht mehr aus, um all die hungrigen Mäuler zu stopfen. «NETZ Natur» gibt einen Einblick in die faszinierende Dynamik in der Tierwelt, das ständiges Auf und Ab, die Berg- und Talfahrt von Rekorden beim Wachstum der einen, die wiederum eine drastische Dezimierung anderer nach sich zieht. Um in diesem System mit seinen Grenzen bestehen zu können, haben die Tiere verschiedenste Strategien entwickelt. Nur einer sprengt immer wieder alle vernünftigen Grenzen: Rasant wächst die Bevölkerungszahl der Menschen ins Unermessliche. Doch eines ist sicher. Nichts wächst in den Himmel - auch der Mensch nicht.