Weltuntergang im Welttheater

Medium: DVD
Dauer: 110 Min. (mit Bonus)
Original: Schweizerdeutsch/Deutsch
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Weltuntergang im Welttheater

Einsiedeln ist theaterverrückt - schon seit Jahrhunderten. Seit mehr als 80 Jahren gehört das grosse Welttheater von Calderon zum Dorf, das von der riesigen Barockkirche dominiert wird. Früher war es feierlich und fromm, seit dem Jahr 2000, als erstmals Thomas Hürlimann ein neues Stück schrieb und Volker Hesse inszenierte, ist es spektakulär, opulent, witzig, bedrückend und ernsthaft zugleich. Diesmal steht ein möglicher Weltuntergang im Zentrum, der durch einen magischen Endwind angekündigt wird. Wer sind die Laienspieler, warum machen sie mit, wie erleben sie das langsame Werden des Stücks, das zeigt, wie Menschen mit einer so apokalyptischen Bedrohung umgehen? Die Älteste ist 83, die Jüngste fünfjährig.

«DOK» hat einige der Akteure durch die letzten zehn Monate begleitet: Pater Kassian aus dem Kloster spielt in einem eleganten Kleid die Welt und verwandelt sich später in den Tod. Steffi, Mutter von drei Kindern und begeisterte Fasnächtlerin, spielt die Schönheit, die nicht sterben will. Zeno, Hausarzt und Onkologe, verwandelt sich auf dem Klosterplatz in den ekstatisch predigenden Pater Kluge, und die zehnjährige Olivia, die gern ein Theaterstar wäre, gehört zu den frechen Kindergauklern. Die Massenszenen bestreiten rund 400 spielwütige Einsiedler, die monatelang auf alle Freizeit verzichten und bis zuletzt fast jeden Tag proben. Der Film endet mit der Premiere am 22. Juni 2007 und wird schon sechs Tage später in «DOK» gesendet.

Bonus-Dokumentarfilm aus dem Jahre 2000:

"Welttheater - Wahnwitzige Szenen im Klosterdorf"

Das „Einsiedler Welttheater“ ist das Theaterereignis des Jahres 2000 in der Schweiz. Seit 1924 wird das Werk von Calderon de la Barca, das zu den berühmtesten der Theaterliteratur überhaupt gehört, alle 5 Jahre gespielt. Doch dieses Jahr wird erstmals alles anders. Thomas Hürlimann hat eine radikale Neufassung geschrieben. Neben traditionellen Figuren wie der Welt zum Beispiel stehen Personen aus der heutigen Zeit, etwa ein Politiker oder eine Flüchtlingsfrau im Zentrum. DOK ist früh eingestiegen mit den Dreharbeiten: Bereits 16 Monate vor der Premiere hat Marianne Pletscher den Autor bei seinen Recherchen begleitet. Sie war auch bei den wichtigsten Fasen der Erarbeitung des Werks dabei: Der Auswahl der Laiendarsteller, der Rollenverteilung, den Proben bis zur Premiere des Stücks, an dem rund 500 Einsiedler auf oder hinter der Bühne mitarbeiten. DOK zeigt aber auch die Hintergründe: die kontroverse Diskussion im Kloster Einsiedeln, vor dessen prächtiger Barockfassade das Stück von Ende Juni bis September mehrmals wöchentlich gespielt wird, die visuellen, spirituellen und kulturellen Wurzeln, die Thomas Hürlimanns Neufassung zugrunde liegen. DOK zeigt die spektakuläre Farbenpracht und die Sinnlichkeit der Inszenierung von Regisseur Volker Hesse. Ein Theaterfilm, der nicht nur Theaterfans fesseln wird.