Välkommen! Eine nordische Welle erfasst die Schweiz

Erstmals spielen mehr Schweden und Finnen als Nordamerikaner in der National League. Das liebe Geld liegt am Ursprung.

Tigers-Finnen

Bildlegende: Tigers-Finnen Eero Elo (links) und Ville Koistinen bejubeln einen Treffer. Keystone

Natürlich, es gab den Schweden Kent Johansson, der in den 80ern das «Grande Lugano» zu drei Titeln führte. Dann verhalfen Anders Eldebrink und Mikael Johansson Kloten in den 90ern zu glorreichen Zeiten. Und schliesslich avancierten die Finnen Petteri Nummelin (Lugano) und Ari Sulander (ZSC Lions) in den 00er-Jahren zu grossen Figuren.

Aber das Gros der Ausländer machten in der Liga stets die Nordamerikaner aus. Bis dieses Jahr: 16 Schweden und 10 Finnen sind vertreten, 4 davon mit Schweizer Lizenz. Wogegen «nur» 16 Kanadier und 9 Amerikaner unter Vertrag stehen.

«  Viele Kanadier, die vor ein paar Jahren noch bei uns gelandet wären, spielen nun für gutes Geld in Russland. »

Sven Leuenberger
ZSC-Sportchef

ZSC-Duett

Bildlegende: ZSC-Duett Die Schweden Fredrik Pettersson (links) und Robert Nilsson. Keystone

Die ZSC Lions setzen zum Beispiel auf Schweden: Robert Nilsson, Mattias Sjögren und Fredrik Pettersson stürmten zuletzt gemeinsam in einer Formation.

Das Beispiel Nigel Dawes

Für ZSC-Sportchef Sven Leuenberger hat die nordische Welle finanzielle Gründe: «Vor allem die Teams mit weniger Budget setzen vermehrt auf Nordländer, weil sie günstiger sind als Nordamerikaner. Viele Kanadier, die vor ein paar Jahren noch bei uns gelandet wären, spielen nun für gutes Geld in Russland.» Er nennt Nigel Dawes, den aktuellen KHL-Topskorer, als Beispiel.

Nur jene Nordamerikaner, die keine Lust auf den ungewohnten Lebensstil und die langen Reisen in Russland hätten, kämen noch in die Schweiz, sagt Leuenberger. Das habe zu einer Umwälzung auf dem Transfermarkt geführt. Ohnehin spiele die Kultur eine entscheidende Rolle: «Die Schweden sind uns am nächsten. Also kommen sie gerne hierher.»

Kann Langnau mit Finnen gewinnen?

Nächster Gegner der ZSC Lions sind wie schon zum Saisonauftakt (4:3 n.V.) die SCL Tigers. Die Langnauer verfügen ihrerseits mit Antti Erkinjuntti, Eero Elo und Ville Koistinen über eine finnische Delegation. Siege gab es bisher zwar noch nicht, dafür hat das Trio bereits 13 Skorerpunkte totalisiert.

Sportchef Jörg Reber hat bei der Rekrutierung nicht speziell auf die Herkunft geachtet, sagt aber: «Die Nordländer sind sich unsere Eisfelder gewohnt, meist sehr gut ausgebildet und läuferisch stark. Das ist in unserer Liga extrem wichtig.»

Bleibt für die SCL Tigers zu hoffen, dass sie das bekannte Bonmot widerlegen können: «Mit Finnen kannst du nicht gewinnen.»

Ausländer-Delegationen in der National League


Schweden
FinnlandKanada
USA
2017/181610
169
2016/17191629
15
2015/1616
14
3712
2014/1521
13
35
13
2013/1410143919
2012/13
585514

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 09.09.2017, 22:35 Uhr

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2:58 min, aus sportpanorama vom 10.9.2017

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