Historische Olympia-Vergabe in Lima

Das IOC will am Mittwoch in Lima die Olympischen Sommerspiele 2024 (Paris) und 2028 (Los Angeles) vergeben. Mit der Doppelvergabe, die es so seit 1921 nicht mehr gegeben hat, soll der Korruption vorgebeugt werden.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo (M.) beim IOC-Kongress in Lima.

Bildlegende: Freut sich auf Paris 2024 Bürgermeisterin Anne Hidalgo (M.) beim IOC-Kongress in Lima. Keystone

Erstmals seit fast 100 Jahren vergibt das Internationale Olympische Komitee wieder zwei Sommerspiele gleichzeitig. Die IOC-Session, die Vollversammlung der Mitglieder, soll in Perus Hauptstadt Lima beschliessen, dass die Spiele 2024 in Paris und die Spiele 2028 in Los Angeles stattfinden.

Nach Korruptionsskandalen in der Vergangenheit macht das IOC damit einen ersten Schritt, die Vergabepraxis zu reformieren und so Bestechungsversuchen vorzubeugen. Derzeit untersucht die französische Justiz, ob die Vergabe der Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro gekauft war.

Mit der Zustimmung der Bevölkerung

Paris und Los Angeles haben bürgernahe Konzepte vorgelegt und werben mit vergleichsweise geringeren Kosten, da die meisten Sportstätten bereits bestehen. Die Bevölkerung steht hinter den Plänen.

Paris will beispielsweise das Stade de France als Olympiastadion nutzen. Die französische Hauptstadt hatte die Spiele schon 1900 und 1924 ausgerichtet. Paris kalkuliert mit 6,2 Milliarden Euro. Los Angeles will – wie schon bei den Spielen 1932 und 1984 – das Los Angeles Memorial Coliseum nutzen. Mit 5,3 Milliarden Dollar will die Stadt auskommen (knapp 4,5 Milliarden Euro). Das IOC schiesst 1,8 Milliarden Dollar zu.

Zuletzt vergab das IOC 1921 die Olympischen Sommerspiele in einer Doppelvergabe: 1924 an Paris und 1928 an Antwerpen.

Sendebezug: SRF zwei, sportflash, 5.9.2017, 20:00 Uhr