Federer: Dank 8 Konstanten zum 8. Wimbledon-Titel

Roger Federer ist der Übertennisspieler schlechthin. Doch was zeichnet den bald 36-Jährigen eigentlich aus? Wir nahmen seinen 19. Grand-Slam-Titel zum Anlass für eine Spurensuche.

Roger Federer verfällt nie in Hektik – auch dann nicht, wenn es ihm auf dem Court ausnahmsweise nicht nach Wunsch läuft. Er plant seine beispiellose Karriere mit Akribie und setzt auf Kontinuität.

Passend zu «King Rogers» 8. Titel an der Church Road liefern wir 8 Eckpfeiler, die veranschaulichen, wie konstant und beharrlich der Rekord-Grand-Slam-Champion an seinem Erfolg arbeitet.

  • 1. Ehefrau Mirka
    Die einstige Profispielerin mit ledigem Namen Vavrinec (ehemals Top 80) trat bei der gemeinsamen Teilnahme an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney in Federers Leben. Seit 2009 sind die Eltern zweier Zwillingspaare verheiratet. Mirka ist die sprichwörtlich starke Frau an seiner Seite. Sie wird immer wieder dafür gerühmt, dass sie im Hintergrund die Fäden ziehe und ihrem Gatten den Rücken freihalte.
Ehefrau Mirka war auch am traditionellen Champions Dinner an Roger Federers Seite.

Bildlegende: Seit 17 Jahren ein Paar Ehefrau Mirka war auch am traditionellen Champions Dinner an Roger Federers Seite. Keystone

  • 2. Severin Lüthi im Staff
    Seit exakt einem Jahrzehnt begleitet der Berner Davis-Cup-Captain den «Maestro» auf der ATP-Tour. Zuweilen fungierte er sogar als Headcoach. Vor allem aber verbindet die beiden eine dicke Freundschaft.
Pierre Paganini stoptt die Zeit während einer Fitnessübung Federers.

Bildlegende: Pierre Paganini Seit Jahren schleift er an Federers Fitness. Keystone

  • 3. Fitnesscoach Pierre Paganini
    Als Konditionstrainer verhalf der medienscheue Westschweizer seinem Schützling zu einer Langzeitkarriere. Paganini lernte Federer kennen, als dieser mit gerade einmal 14 Jahren ins Leistungscenter des Verbandes nach Ecublens zog. Längst hat er ihn nach eigenen Aussagen zu einem «Tänzer» geformt, «der geschmeidig und elegant Tennis spielt».
  • 4. Der Drang, sich immer wieder neu zu erfinden
    Federer hält nie inne. Er versucht regelmässig, neue Reize zu setzen, hinterfragt sich immer wieder. Seit 2013 etwa tritt er mit einem grösseren Racket an, vor 2 Jahren nahm er den Return «Sabr» in sein Repertoire auf. Zu seinem «Erfindergeist» gehört auch, dass er Ende 2015 mit Ivan Ljubicic nochmals einen neuen, überraschenden Coach verpflichtete.
  • 5. Die Bodenhaftung
    Der bald 35-Jährige mag auf dem Platz ein Magier sein, aber daneben ist er nie abgehoben. Er gibt sich volksnah, seine Wurzeln in der Schweiz sind ihm wichtig. Zudem unterstützt er mit seiner Stiftung Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.
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Federer gewinnt Match for Africa 3

1:26 min, aus sportaktuell vom 10.4.2017

  • 6. Die Weitsicht bei der Planung
    Fast als Kunst wird angesehen, wie der Athlet seine Turniereinsätze plant, wie er mittlerweile seine Kräfte einteilt und dabei auch immer wieder intensive Trainingsblöcke einstreut. Federer scheut nicht davor, unpopuläre Entscheide zu fällen. Der Verzicht auf die diesjährigen French Open ist das beste Beispiel dafür.
  • 7. Die unbändige Lust am Spiel
    Nebst seinem Fleiss ist auch seine Freude am Tennis, die ungebrochen gross ist, auffällig. Letztlich ist der Hunger am Wettkampf entscheidend, dass er im Herbst seiner Karriere nochmals neue Akzente setzen kann.
  • 8. Die Komplexität als Spieler
    Federer verfügt wohl über das breiteste Schlagrepertoire. Zudem versteht er es wie kein Zweiter zu antizipieren. Sein Ehrgeiz besteht darin, Lösungen in jeder Situation zu finden.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 16.07.2017 14:40 Uhr