Der Regierungsstatthalter Marc Frischi hatte die Thuner Behörden anfangs April zurückgepfiffen. Aus seiner Sicht ging die Stadt zu weit, als sie in der Fussgängerzone den Warenumschlag auch am Nachmittag ermöglichte und Veloverkehr grosszügig zuliess. Schliesslich handle es sich nicht um eine «Velozone» kritisierte Fritschi.

Der Thuner Gemeinderat reagierte bereits damals konsterniert auf den Entscheid des Statthalters. Fritschi wolle den Veloverkehr und die Veloabstellplätze aus der Fussgängerzone verbannen, obwohl dies gar niemand verlangt habe.

Heftige Kritik an Einmischung

Dagegen wehrt sich nun die Stadt Thun mit einer Beschwerde bei der Kantonsregierung. Die Stadtregierung sieht nicht nur die Gemeindeautonomie verletzt, sondern stellt in dieser Sache auch die Zuständigkeit des Regierungsstatthalters in Frage. Die «fehlerhafte» Verfügung sei deshalb als «nichtig» zu erklären.

«  Jetzt muss der Regierungsrat entscheiden.  »
Raphaël Lanz
Thuner Stadtpräsident

Jahrzehntelang habe man an einem Kompromiss gefeilt für eine Fussgängerzone in der Innenstadt, sagt der Thuner Stadtpräsident Raphaël Lanz. Der werde durch den Entscheid des Regierungsstatthalters gefährdet. Ausserdem würden sich die kantonalen Behörden widersprechen: «Der Kreisoberingenieur hat unser Projekt abgesegnet, der Regierungsstatthalter kommt zu einem anderen Schluss. Also muss jetzt der Regierungsrat entscheiden.» Bis dahin will Thun nichts am Verkehrsregime ändern.