Seit diesem Jahr sind auf der Schützenmatte in Bern das ganze Jahr hindurch Bars und Kulturveranstaltungen. Ziel war die Belebung des ehemaligen Parkplatzes vor dem Kulturzentrum Reitschule. Der Parkplatz wurde zwar belebt, doch: Gedealt wird noch immer, im Sommer häuften sich Raubüberfälle.

«Wir sind uns vieles gewohnt, aber die vielen Gewalttaten haben uns auf dem falschen Fuss erwischt», sagt Christoph Ris vom Verein Platzkultur, der für die Belebung des Platzes zuständig ist.

Starke finanzielle Auswirkungen

Die Sommersaison wäre wichtig, um den Betrieb in den ruhigeren Wintermonaten zu finanzieren. «Die Umsätze entsprechen aber überhaupt nicht den Erwartungen», so Ris. Das Gewaltproblem hat sich offenbar herumgesprochen, viele Leute meiden den Platz.

«  Die Sicherheit ist etwas besser – jedenfalls, wenn der Sicherheitsdienst im Einsatz ist.  »
Christoph Ris
Verein Platzkultur

Anfang August hat der Verein reagiert und Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes engagiert. «Das hat die Situation etwas beruhigt, jedenfalls zu den Spitzenzeiten.» Denn die Sicherheitsleute sind aus Kostengründen nur für ein paar wenige Stunden am Wochenende im Einsatz. «Die Stadt muss nun reagieren und für die Sicherheit sorgen», so Ris.

Auch die Polizei hat festgestellt, dass die Probleme auf dem Platz dieses Jahr zugenommen haben. Dies vor allem bei Vermögensdelikte wie Diebstahl und Raub sowie Schlägereien.

Funktionierende Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit dem Anfang August installierten Sicherheitsdienst funktioniere, teilt die Polizei auf Anfrage von SRF News mit. Es sei jedoch noch zu früh, um bezüglich der Anzahl Meldungen oder den Deliktarten eine erste Tendenz festzustellen.

Wie reagieren die Stadtbehörden?

Die permanente Einführung eines Sicherheitsdienstes werde derzeit diskutiert. Dabei sei auch die Finanzierung ein Thema, sagt der Informationschef der Stadt Bern, Walter Langenegger. «Die Verantwortlichen bei der Stadt fühlen sich in der Pflicht», so Langenegger.

Auch eine interkulturelle Vermittlung, also eine Art Sozialarbeit, werde geprüft – was sich die Veranstalter auf der Schützenmatte auch wünschen.