Im Kampf um die Berner Ständeratssitze setzen sowohl das rot-grüne als auch das bürgerliche Lager auf ein Zweierticket. Rot-grün tritt mit Hans Stöckli (SP, bisher) und Regula Rytz (Grüne) an. Die Bürgerlichen schicken Werner Salzmann (SVP) und Christa Markwalder (FDP) ins Rennen.

Eigentlich hatte das rot-grüne Duo vereinbart, dass sich derjenige Kandidat oder diejenige Kandidatin mit dem schlechteren Resultat für den zweiten Wahlgang zurückzieht. Noch am Sonntag hatte Hans Stöckli diese Abmachungen erwähnt.

Andere Ausgangslage nach Wahlerfolg der Grünen

Nach dem Wahlerfolg der Grünen am Sonntag und dem geringen Unterschied zwischen Hans Stöckli (SP) mit 122'263 Stimmen und Regula Rytz (Grüne) mit 119'960 Stimmen, präsentiert sich die Ausgangslage komplett anders. Hans Stöckli sagt gegenüber Radio SRF: «Wir kamen zum Schluss, dass sowohl ich als auch Regula Rytz Wahlchancen haben.»

«  Es ist ein Angebot an die Wählerinnen und Wähler.  »
Regula Rytz
Präsidentin GPS

Aus der Sicht von Regula Rytz ist das Zweierticket von Rot-grün legitim. Es sei als ein Angebot an die Wählerinnen und Wähler zu verstehen. Der Kanton Bern habe sich in den letzten Jahren stark gewandelt und sei sozialer und grüner geworden.

SVP-Gefolgsmann mit Euro-Turbo

Dagegen wehren sich die Bürgerlichen ebenfalls mit einem Zweierticket. Darauf stehen Werner Salzmann (SVP) und Christa Markwalder (FDP). «Wir wollen möglichst breit mobilisieren. Das wäre mit einer Einzelkandidatur nicht möglich gewesen», sagt Salzmann auf Anfrage.

«  Es geht um die übergeordnete Sache.  »
Werner Salzmann
Präsident SVP Kanton Bern und Ständeratskandidat

Er anerkennt, dass es grosse Differenzen gebe zwischen ihm und Markwalder – etwa die Haltung gegenüber der EU. Schliesslich gehe es bei einer Majorzwahl um die übergeordnete Sache, so Salzmann.

Simon nicht mehr im Rennen

Beatrice Simon von der BDP hat sich am Dienstagmorgen aus dem Rennen um einen der beiden Ständeratssitze genommen. Und auch auf ihren Nationalratssitz verzichtet die Regierungsrätin. Zu schwer wiegt der Einbruch ihrer Partei und ein Zweierticket mit der SVP kam nicht zustande.