Reisebusse müssen künftig einen Umweg machen, wenn sie zwischen dem Berner Oberland und dem Wallis unterwegs sind. Zwischen Kandersteg und Goppenstein verlädt die BLS ab Januar 2020 keine Reisecars mehr, die mehr als 20 Plätze haben. Sie will damit die Sicherheit verbessern, bestätigt der Mediensprecher Stefan Dauner einen Bericht des Walliser Boten.

«  Wenn wir die Sicherheit merklich erhöhen wollen, müssen wir die Reisecars ganz verbieten.  »
Stefan Dauner
Mediensprecher BLS

Die BLS hat die Risiken am Autoverlad Lötschberg neu eingeschätzt. Neu kann sie mittels Sensoren überhitzte Automotoren erkennen. Damit soll das Risiko eines Feuers im Tunnel sinken. Bei den modernen Reisecars könne man überhitzte Motoren aber nicht erkennen, sagt Dauner. Aus diesem Grund werden die grossen Busse nicht mehr verladen. Bisher benutzten rund 600 Reisebusse pro Jahr den Autoverlad am Lötschberg.

Längere Reisezeit

Für die Reiseunternehmen bedeutet dies, dass sie einen Umweg in Kauf nehmen müssen. Statt durch den Tunnel müssen sie via Bern-Montreux ins Wallis fahren – oder im Sommer über den Grimsel, was die Reisezeit um eine Stunde verlängert, sagt die Leiterin von Oberland Reisen, Sophie Fenner.

«  Wir brauchen künftig eine Stunde länger, um ins Wallis zu fahren.  »
Sophie Fenner
Leiterin Oberland Reisen

Trotz der längeren Reisezeit ist das Busunternehmen nicht unglücklich über die Sperrung für Reisecars. Es sei immer extrem eng gewesen, mit dem Car auf den Verladezug zu fahren, so Fenner. Die Chauffeure müssten jeweils aufpassen – zudem gebe es viele Schäden an den Fahrzeugen.

Passagiere sind gefangen im Bus

Die Sicherheit der Gäste sei immer ein Thema, wenn Oberland Reisen einen Car verladet, sagt Fenner. Der Gast sei gefangen in dem Bus, man könne die Türen nicht mehr öffnen, weil der Bus so viel Platz auf dem Verladezug einnimmt. Das Verbot sei nun zwar früher als erwartet erfolgt, aber es sei nötig, so Fenner.

Das Verbot gilt nur für Reisecars. Lastwagen oder andere grössere Fahrzeuge werden weiterhin verladen.