Mit einer traditionellen Zeremonie wurde der aus Naturstein gebaute Tempel der hinduistischen Glaubensgemeinschaft eingeweiht. Er wurde in enger Zusammenarbeit mit der tamilischen Hindu-Gemeinschaft Bern und dem Haus der Religionen geschaffen.

Nach hinduistischer Tradition werden die Verstorbenen zuerst aufgebahrt. Sie bekommen eine rituelle Waschung, dann werden sie kremiert und die Asche wird dem fliessenden Wasser übergeben. Meist werden die sterblichen Überreste nach Indien gebracht und in der Stadt Varanasi dem Fluss Ganges übergeben.

Der Abdankungstempel ist für die Hindu nun ein Ort, wo die Angehörigen Abschied nehmen können, wo sie auch nach dem Tod mit ihren Verstorbenen in Verbindung sein können. Die zwei Gottheiten im Tempel sollen diese Verbindung herstellen.

«Es ist ein Stück Heimat, das die Hindu bekommen», sagt Tharmalingam Sasikumar. Er ist Priester im Haus der Religionen in Bern. «Etwas Grossartiges.»

Integration hört auf dem Friedhof nicht auf

«Es ist mir wichtig, dass die Angehörigen aller Weltreligionen dort, wo sie leben und integriert sind, auch Abschied von ihren Verstorbenen nehmen können», sagte Gemeinderätin Ursula Wyss laut Mitteilung der städtischen Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün.

Für Angehörige des Judentums besteht in Bern mit dem jüdischen Friedhof seit 1871 eine Begräbnisstätte. Angehörige des Islams können seit dem Jahr 2000 auf dem Bremgartenfriedhof ihre Verstorbenen bestatten. Im vergangenen Sommer wurde ein Grabfeld für die Religionsgemeinschaft der Buddhisten geschaffen.