Reto Summermatter ist Rentierzüchter aus Leidenschaft. Vor sechs Jahren war er als Hundeschlittenguide in Schweden und lernte in dieser Zeit viel über Rentiere. Zurück in der Schweiz hat er sich den Traum von einer eigenen Herde erfüllt. Der 35-Jährige gelernte Elektriker musste viele administrative Hürden überwinden und auch einen zweijährigen Kurs zum Hirschhalter absolvieren, bevor er sich Rentiere anschaffen konnte.

Die Rentiere ernähren sich im Winter vor allem von Heu und Kraftfutter. Im Sommer fressen sie auch Gras und Blätter. SRF

Reto Summermatter besitzt insgesamt acht Rentiere, bereits dreimal hat ein Rentier in Herbriggen Nachwuchs bekommen. Darauf ist Reto Summermatter besonders stolz: «Wie die Eringerzüchter arbeite auch ich das ganze Jahr auf den Nachwuchs hin. Auf den sechs Monate alten Loki und den zweijährigen Levi bin ich daher wirklich stolz.» Wichtig sei ihm auch, dass die Rentiere naturnah leben können. Das Gehege in Herbriggen liegt am Hang und ist drei Hektaren gross.

Die Rentiere leben in Herbriggen in einem Gehege, das drei Hektaren gross ist. SRF

Ein Tier in Reto Summermatters Herde heisst tatsächlich Rudolph, wie das berühmte Rentier in den amerikanischen Santa-Claus-Geschichten. «Ich selbst hätte ein Rentier niemals Rudolph genannt, aber es hiess schon so, als es zu uns kam und wir haben es dabei belassen», sagt Reto Summermatter. Dennoch gibt er zu, dass seine Faszination teilweise auch auf die Rentiere in den Weihnachtsfilmen zurückgeht.

Die Rentiere haben ein Winterfell, das sie gegen die Kälte schützt. SRF

Rentier Rudolph ist zurzeit bei einem Züchter im Berner Oberland, der in der Weihnachtszeit gern als Samichlaus posiert. Anders Reto Summermatter. Der Hobbyzüchter sagt: «Ich hatte schon viele touristische Angebote, auch aus Zermatt. Aber ich selber habe keine grosse Lust auf Blitzlichtgewitter und möchte dies auch meinen Rentieren nicht zu oft zumuten.»

Die männlichen Rentiere sind bis zu 150 Kilo schwer. SRF

Mit seinen Rentieren geht Reto Summermatter ab und zu spazieren. Dabei zieht er viel Aufmerksamkeit aus sich. Der Züchter sagt: «Wegen meinen Rentieren kam es auf der Strasse nach Zermatt schon zu abrupten Bremsmanövern. Immerhin haben sich die Einheimischen in der Zwischenzeit an die Tiere gewöhnt.» Sein Hobby hat ihn bisher rund 50'000 Franken gekostet. «Andere kaufen sich ein schönes Auto, ich habe Rentiere», sagt Reto Summermatter und plant, seine Zucht auf bis zu zwölf Tiere zu vergrössern.