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Juli Zeh hält der coronageplagten Gesellschaft den Spiegel vor.
(Bild: Peter von Felbert)
abspielen. Laufzeit 31:02 Minuten.
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Den Lebensmut wieder finden

Die Bücher am heutigen Literaturstammtisch handeln alle von tapferen Frauen in Ausnahmesituationen: die einen bauen nach einem Tornado eine Bibliothek wieder auf; andere finden einen inneren Frieden trotz quälenden Prägungen. Und dritte suchen einen eigenen Weg in der verunsichernden Corona-Zeit.

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Es sind vor allem Frauen, die in den entlegensten Winkeln ihres Landes für Kultur kämpfen. Das sagt die US-amerikanische Autorin Romalyn Tilghman. Im Zentrum ihres Romans «Die Bücherfrauen» stehen Angelina, Traci und Gayle, die nach einem Wirbelsturm die völlig zerstörte Dorf-Bibliothek wieder aufbauen. Ein lesenswerter Roman, findet Britta Spichiger, weil er erzählt, wie Frauen in diesem Projekt den Lebensmut wiederfinden.

Über Jahrzehnte war es um die deutsche Schriftstellerin Helga Schubert ruhig. Nun meldet sich die 81-Jährige zurück mit dem autobiografischen Erzählband «Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten». Das Buch hat Felix Münger enorm gefesselt, weil Schubert darin aufzeigt, wie Menschen sich von schlimmen Erfahrungen nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil: sie haben - trotz allem - ihren inneren Frieden gefunden.

In ihrem neuen Roman «Über Menschen» hält Juli Zeh der coronageplagten Gesellschaft den Spiegel vor: Dora hält es im Homeoffice in Berlin - mit einem ständig motzenden Partner - nicht länger aus. Sie flieht aufs Land und realisiert, dass das Leben dort ganz anders ist, als es die Vorurteile vermuten liessen. «Juli Zeh vertraut voll der Kraft des Erzählens, ohne Moralin oder Besserwisserei», lobt Luzia Stettler diesen Titel.

Buchhinweise:
Romalyn Tilghman. Die Bücherfrauen. S. Fischer, 2021.
Helga Schubert. Vom Aufstehen. dtv, 2021.
Juli Zeh. Über Menschen. Luchterhand, 2021.