Zum Inhalt springen

Header

Audio abspielen
Inhalt

Computer lernen Schweizerdeutsch

Computerprogramme sollen nicht nur grosse Sprachen wie Englisch oder Hochdeutsch verstehen, sondern bald auch Schweizerdeutsch. Wie funktioniert das und wer profitiert davon?

Download

Wie praktisch wäre es, wenn wir Sprachassistenten wie Siri oder Alexa auf Schweizerdeutsch steuern könnten statt nur auf Hochdeutsch. Oder wenn das Protokoll der Vereinssitzung automatisch erstellt würde.

Damit genau dies möglich wird, versuchen Hochschulen und Firmen, Computern Schweizerdeutsch beizubringen. Dazu sammelt das Projekt «Schweizer Dialektsammlung» 2000 Stunden Tonmaterial – möglichst aus jedem Dorf der Deutschschweiz.

Schwieriges Schweizerdeutsch

Mit diesen Daten sollen dann Computerprogramme trainiert werden. Denn je mehr Daten die künstliche Intelligenz zum Üben bekommt, desto besser lernt sie.

Schweizerdeutsch ist mit seinen verschiedenen Dialekten besonders komplex. Und auch die Grammatik variiert recht stark im Schweizerdeutschen.

Viele mögliche Anwendungsbereiche

In der Sendung erklärt Professor Mark Cieliebak von der ZHAW und CO-Leiter der «Schweizer Dialektsammlung» wie das maschinelle Lernen von Schweizerdeutsch funktioniert.

Und er führt aus, wofür die Technologie eingesetzt werden könnte: Untertitel für Mundart-Sendungen könnten automatisch erstellt werden. Firmen könnten Kundentelefonate sytstematisch auswerten. Gar Übersetzungsapps, in die man Schweizerdeutsch reinredet und das Gesagte auf Italienisch rauskommt, sind denkbar.

Gewisse Gefahren

Es gibt aber auch Risiken hinter dieser Technologie. In Zukunft könnten wir leichter überwacht werden - wenn die Überwachungssoftware auch Schweizerdeutsch versteht.

Möglich sind sogar sogenannte «Sprachabdrücke»: Mit genug Daten von einer Person kann man deren Stimme und Sprechweise erkennen und imitieren - und sich so als sie ausgehben.

SRF-Digitalredaktor Guido Berger ordnet die Entwicklung ein: Was ist möglich, was ist Science Fiction? Müssen wir gar ein Deep Fake, also eine überzeugende Bild-Ton-Fälschung, von einem Bundesrat befürchten?

Ostdeutsche und schweizerdeutsche Wörter

Ausserdem in der Sendung: «Mit der Schwalbe zur Datsche». Ein schönes Büchlein über vergessene Wörter aus der DDR, und was sie über das Leben dort erzählen. Wir stellen es vor.

Und natürlich darf auch der Mundart-Briefkasten nicht fehlen: Dieses Mal geht es um das Wort «dedurdur» und um den Hofnamen «Leyis», der sich vom Vornamen Elias ableitet. Dazu werden noch die Familiennamen Brugger, Brügger und Brigger erklärt.

Buch-Tipp:
Antje Baumann: Mit der Schwalbe zur Datsche. Wörter aus einem verschwundenen Land. Dudenverlag 2020.

Mehr von «Dini Mundart Schnabelweid»Landingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen