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Franz Schmidt: Sinfonie Nr. 4

Mit dem späten Richard Strauss oder einem Hans Pfitzner teilt sich der 1874 geborene österreichische Komponist Franz Schmidt das Schicksal, von der Musikgeschichte als konservativ oder gar epigonal abgestempelt zu werden. Von allen dreien ist er der am wenigsten oft rezipierte. 

Strauss-Opern hingegen vermögen Spielpläne zu dominieren. Schmidt, der in seiner Jugend als Cellist der Wiener Philharmoniker die Ära Mahler hautnah miterlebte, ging als Komponist vierer Sinfonien einen anderen Weg als jener. Keine Welterklärungs-Sinfonien sollten es werden, sondern musterhaft geformte Musik, die in spätromantischer Tonalität verwurzelt, ihren eigenen Weg in die Musiksprachen des 20. Jahrhunderts schaffen. Seine Vierte schrieb Schmidt, hierin dem kompositorisch ebenfalls reagierenden Mahler nicht unähnlich, auf den Tod seiner Tochter 1933. Fünf Jahre später sollten die Nazis den «Anschluss» Österreichs feiern. Der Gefahr, sich, blauäugig oder nicht, den neuen Herrschern anzudienen wie einige seiner Kollegen, entging Schmidt knapp durch seinen Tod am 11. Februar 1939.

Gäste von Benjamin Herzog sind die Musikwissenschaftlerin Sibylle Ehrismann und der Musikjournalist Christian Wildhagen.