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Literatur im Gespräch: Das Böse zu Papier bringen

Kompromisslos und eiskalt. So schreibt Szczepan Twardoch, der Star der polnischen Literatur, über die Nazizeit in Warschau, die deutsche Besatzung, das Ghetto und den Aufstand. «Das schwarze Königreich» heisst der neue Roman. Er erzählt darin von Liebe, Verrat und polnischem Antisemitismus.

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Winter 1944 in Warschau. Das Ghetto ist zerstört. Die jüdischen Bewohner sind in die Konzentrationslager abtransportiert worden. Nur da und dort huschen Überlebende – Schatten gleich – durch die Ruinen. Sie trauen sich nur nachts aus ihrem Versteck, auf der Suche nach Nahrung. Eine davon ist Ryfka, die Geliebte des jüdischen Gangsters Saphiro. In der apokalyptischen Trümmerwelt versucht sie sich und ihren Geliebten durchzubringen und scheut auch vor Gewalt nicht zurück. In Rückblenden und am Beispiel einer Familie schildert Twardoch, was sich in Polen während der Nazi-Besatzung abspielt. Im Zentrum steht die Figur aus seinem Bestsellerroman «Der Boxer». Eine Geschichte von Hunger, Kälte, Gewalt und Verrat. Aber auch von Liebe und dem Kampf ums Überleben.

Weitere Titel in der Sendung: «Es wird wieder Tag» von Minka Pradelski. Auch dieser Roman spielt in der Nazizeit in Polen. Pradelski erzählt die Geschichte einer jungen Jüdin, die den Holocaust knapp überlebt. Sie ist traumatisiert und kann das Erlebte nur verarbeiten, indem sie das Böse zu Papier bringt.

Von der geheimnisvollen Vergangenheit einer Mutter handelt der dritte Roman, «Das Leben ist ein wilder Garten» des Westschweizer Autors Roland Buti. Auch er führt zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, in ein Grandhotel in den Schweizer Bergen. Es diskutieren Sieglinde Geisel, Julian Schütt und Esther Schneider.

Gäste: Julian Schütt, Sieglinde Geisel

Buchhinweise:
- Szczepan Twardoch. Das schwarze Königreich. Rowohlt Berlin, 2020
- Minka Pradelski. Es wird wieder Tag. Frankfurter Verlagsanstalt, 2020
- Roland Buti. Das Leben ist ein wilder Garten. Zsolnay, 2020

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