«Blick in die Feuilletons»: Der Frühling und der Winter

Die NZZ blickt mit einer neuen Aufführung von Stravinskys «Le Sacre du printemps» bereits milderen Temperaturen entgegegen; im Berner Bund geht es, immer noch tief verschneit und wunderbar ironisch, ums Skifahren, die so genannte «Gleitlust».

Ausschnitt aus einer Gruppenchoreographie, in der  die exotische Volkstümlichkeit durchwegs zeitgenössisch interpretiert wird: fünf Tänzerinnen auf der Bühne.

Bildlegende: Andonis Foniadakis interpretiert in den Gruppenchoreografien exotische Volkstümlichkeit durchwegs zeitgenössisch. GTG / Gregory Batardon

«Le Sacre du printemps», oder auf Deutsch «Das Frühlingsopfer», feiert dieses Jahr den hundertsten Geburtstag. Die Ballets Russes und Igor Stravinsky brachten – damals 1913 – das Stück in Paris auf die Bühne und machten damit Furore. Bei der Uraufführung  polarisierte das Werk, die Aufführung wurde zum Skandal mit Getrampel und lauten Buhrufen aus dem Publikum. Die Komposition sowie die Choreografie wurden jedoch zu Meilensteinen der Musik-, Tanz- und Theatergeschichte.

Nun schreibt die NZZ heute nicht nur über die Geschichte dieses Jahrhundertwerks sondern von einer Aufführung, die jetzt anlässlich des runden Geburtstags des Stücks gezeigt wird, und zwar in Genf vom «Ballet du Grand Theatre». Der griechische Choreograf Andonis Foniadakis löst nun keinen Skandal mehr aus, dennoch soll laut NZZ seine Version des Frühlingsopfers eindringlich und physisch intensiv sein.

Ausserirdische und ihre «Gleitlust»

Auch der Berner «Bund» beschäftigt sich mit einer Jahreszeit, allerdings mit dem Winter. Dort ist ein wunderbarer Text zu lesen, ein Essay von Benedikt Loderer, der vor zwei Tagen auch bereits im Zürcher Tages Anzeiger zu lesen war. Er denkt über das Skifahren nach und fragt sich, warum man sich diesen Sport antut, eingepackt in eine enge Jacke und Hosen aus seltsamem Material, einem Helm auf dem Kopf und Klumpschuhen an den Füssen.


Der Frühling und der Winter

1:53 min, aus Blick ins Feuilleton vom 22.02.2013

Menschen, die Ski fahren, würden sich zu Ausserirdischen machen. Er setzt die Skiausrüstung als Uniform in einen historischen Kontext und vergleicht diese Wintersport-Bekleidung mit der mittelalterlichen Ritter-Ausrüstung. Ein amüsanter Essay, der einen ironischen Blick auf die «Gleitlust» wirft, wie das Skifahren auch genannt wird.