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Philo-Slam Philo-Slam: «Mein Lieblingssatz»

Es gibt Lieblingssätze, die begleiten einen ein Leben lang. Manch einer hängt sie sich übers Bett: Er geht mit dem Satz schlafen und steht mit ihm auf. Man kann die Welt durch sie betrachten wir durch ein Schlüsselloch. Hier kommen die Lieblinge unserer Philo-Slammer.

Gesicht mit weisser Schminke und roten herzförmigen Lippen liegend, Profilaufnahme
Legende: Es gibt Sätze, die lassen einen nicht mehr los. Getty Images
  • Das Lieblingszitat von Benjamin Senn stammt von Sokrates und wurde von Platon niedergeschrieben: «Ich weiss, dass ich nichts weiss.» Für Benjamin Senn steht das Zitat «stellvertretend für Sokrates‘ Suche nach Erkenntnis und dem Entlarven von Scheinwissen. Für mich zeigt es, dass Wissen kein Ziel, sondern ein Prozess ist. Das soll nicht heissen, dass wir das intellektuelle Erbe der Menschheit einfach so ignorieren sollen und mit unserer Philosophie bei Null beginnen müssen. Aber es soll uns zeigen, dass viele Dinge nicht selbstverständlich sind und hinterfragt werden müssen und es soll uns vor jenen Menschen schützen, die uns eine absolute Wahrheit verkaufen wollen.»
  • Chris Diederichs Lieblingszitat stammt von seinem überaus verehrten Friedrich Nietzsche, er hat das Zitat als Zeile in seine E-Mail Signatur eingefügt:
Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er dabei nicht zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
  • Lene Morgenstern sagt, eines der Zitate, «durch dessen Schlüsselloch ich die Welt sehe und erlebe», sei von Pippi Langstrumpf und laute: «Zwei mal drei macht vier und drei macht neune.» Das sei ihr wichtig, denn, mit Kurt Tucholsky gesagt:

Die fundamentalste Regel allen Seins ist die folgende: Das Leben ist gar nicht so, es ist ganz anders!
  • Das Lieblingszitat von Aiana Gennai stammt von der grossen jüdischen Historikerin und Publizistin Hannah Arendt:

Poets are the only people to whom love is not only a crucial, but an indispensable experience, which entitles them to mistake it for a universal one.
  • Gusti Pollaks Lieblingszitat ist kein einzelner Satz sondern gleich eine ganze Theorie. Die beschreibt er so: «Die Theorie der Terlusollogie besagt, dass, je nach Stärke und Verhältnis der Sonnen- und Mondkräfte zum Geburtszeitpunkt, zirka die Hälfte der Menschheit ihre Kraft und Energie aus der Verengung beim Ausatmen holt, die andere Hälfte aus der Dehnung beim Einatmen. Daraus folgt, dass etwas für den einen Menschen gut sein kann, weil es für den anderen Menschen ungünstig ist, was wiederum Auswirkungen hätte, zum Beispiel für den Umgang zwischen Eltern und Kindern, Lehrenden und Lernenden, Schreibenden und Publikum.»
  • Dominik Erhards liebstes Zitat «hängt an der Wand, die ich beim täglichen Aufstehen – wenn ich in meinem Bett schlafe – als erstes sehe. Es motiviert mich, die und nur die Handlungen auszuführen, die für mich und den bevorstehenden Tag sinnstiftend scheinen.» Das Zitat stammt vom französischen Existentialisten Albert Camus:

Das Leben verlieren ist keine grosse Sache; aber zuschauen, wie der Sinn des Lebens aufgelöst wird, das ist unerträglich.
  • Jakob Steinbrenners derzeitiger Lieblingssatz stammt von Wittgenstein und sei ein schönes Motto für tierischernste (8. Bieler) Philosophietage:

Wenn ein Löwe sprechen könnte, wir könnten ihn nicht verstehen.
  • Das Lieblingszitat von Boris Beer stammt von Sören Kirkegaard: «Ein Buch ist etwas so eigenes, dass jeder es nach seiner Art interpretieren kann.»

Am 12. November kann man die Slammer in Biel live erleben beim Philo-Slam 2015, an der Eröffnung der Bieler Philosophietage, Link öffnet in einem neuen Fenster.

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