Der 42. Himmel (1962)

Der schüchterne Stadthausangestellte Wendelin Pfannenstiel träumt davon Standesbeamter zu werden. Als sich sein Traum erfüllt und er Hochzeitspaare trauen soll, gerät der Alltag des Mannes durcheinander. Perfekt ergänzte sich das Gespann Früh/Roderer in «Der 42. Himmel». Der Erfolg aber blieb aus.

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«Der 42. Himmel», 1962 (Filmausschnitt)

16 min, vom 3.3.2015

Wendelin Pfannenstiel (Walter Roderer) sitzt im Stadthaus von Niemalsingen hinter dem Empfang. Souverän weist er jeden Bittsteller ins richtige Büro. Heimlich aber träumt er davon, Standesbeamter zu sein. Und sein stiller Wunsch geht über Nacht in Erfüllung, als er vom amtsmüden Trautwein (Heinrich Gretler) unerwartet zum Nachfolger befördert wird. Doch bald schon steht er vor einem Bräutigam, der sein «Ja» nicht herausbringt und die Szene ebenso fluchtartig wie unverheiratet verlässt.

Wendelin versucht die Braut Julia (Elvira Schalcher) zu trösten und verliebt sich dabei unsterblich in die schöne Verschmähte. Darum lässt der Zivilstandbeamte, als das Paar zu einem weiteren Versuch antritt, seinerseits die Zeremonie platzen und buhlt um seine Angebetete. Dabei unterstützt ihn sein Freund Alfons (Ruedi Walter). Inzwischen spricht sich allerdings herum, dass Wendelin von einem unbekannten Australier Millionen erben soll. Das erhöht seine Chancen bei Julia. Doch nur um des Geldes willen will er nicht geheiratet werden. Das Schicksal hilft Wendelin auf seine Weise: Es bringt ihn wieder hinter den Schalter, aber dafür zu einem Happy End.

Hintergrund

Kurt Früh hat beim musikalischen Lustspiel «Der 42. Himmel» nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch geschrieben. Unterstützt wurde er dabei vom damals ungeheuer populären Radiomann Hans Hausmann. Werner Kruse und Hans Möckel schrieben die Musik. Und Walter Roderer überzeugte nicht nur als biederer Kleinbürger von Format, sondern erwies sich auch noch als des Singens kundig.

Positiv erstaunt hielt denn auch die «Neue Zürcher Zeitung» fest: «Es gibt die Gestalt Wendelin Pfannenstiels, die Walter Roderer mit einer gewissen Feinheit des Humors zu zeichnen weiss, mit einer Behutsamkeit, die ihn beinahe in die Zone der Charakterkomik bringt.» Allerdings erwies sich «Der 42. Himmel», dessen finanzielles Risiko Früh zu einem guten Teil selber trug, sowohl an den Schweizer wie auch an den westdeutschen Kinokassen als Fiasko. So gross war schliesslich das finanzielle Loch, dass die produzierende Gloria die Vorarbeiten zu ihrem nächsten Film einstellen musste.

Zahlen und Fakten

  • Produktion: Gloriafilm AG, Zürich; Praesens Film AG, Zürich
  • Produzent: Max Dora. Lazar Wechsler, Kurt Früh
  • Erstaufführung: 30.11.1962, Zürich Kino «Urban»
  • Drehzeit: 20. August – 5. Oktober 1962
  • Innenaufnahmen: Filmstudio «Salmen, Schlieren», Atelier «Rigi-Blick», Zürichberg, «Lavater», Zürich
  • Aussenaufnahmen: Zürich (Napfgasse, Rathaus) Zürichberg

Cast

  • Walter Roderer als Wendelin Pfannenstiel
  • Ruedi Walter als Alfons Baggenstoss
  • Elvira Schalcher als Julia Zimmerlein
  • Verena Hallau als Doris
  • Ernst Stankowski als Marius Wolkensinger
  • Heinrich Gretler als Trautwein
  • Peter W. Staub als Metzger Beilfleiss
  • Margrit Rainer als Frau Beilfleiss
  • Paul Bühlmann als Leo Leonis

Crew

  • Regie: Kurt Früh
  • Drehbuch: Kurt Früh, Hans Hausmann
  • Kamera: Emil Berna
  • Musik: Werner Kruse, Hans Möckel
  • Schnitt: René Martinet