Der Mann, der nicht nein sagen konnte (1958)

Der Vertreter Thomas Träumer lernt ein Mädchen kennen, das auf der Flucht vor der Polizei ist. Ohne die Folgen zu bedenken, bietet er ihr Asyl an. Kurt Frühs Reise nach Dänemark war ein Desaster. BRD-Star Heinz Rühmann enterte den Film und verbog ihn zur seichten Komödie.

Das eintönige Leben des allzu hilfsbereiten Handlungsreisenden Thomas Träumer (Heinz Rühmann), der für jede seiner guten Taten büssen muss, wird fröhlicher, als er das Hündchen Strupps kauft. Dieses gehört Bettina (Ursula Heyer), einer Halbwüchsigen auf Kurv. Sie bringt sich über die Runden, indem sie Strupps an Naive verkauft und ihn dann mit einem Pfiff zurückbefiehlt.

Thomas Träumer nun hat Glück. Bettina nämlich wird von der Polizei geschnappt, so dass das Hündchen in seinem Besitze bleibt. Daran hat seine Frau (Hannelore Schroth) nicht gerade Freude – Strupps wird bei einem Nachbarn untergebracht.

Bettina und zwei andere Mädchen türmen aus dem Erziehungsheim. Sie suchen den Hund und stossen auf Träumer. Der lässt sich erweichen, sie ohne Wissen seiner Frau zu verstecken. Da begeht eines der Mädchen einen Diebstahl – Träumer wird verhaftet. Bettina aber stellt sich der Polizei und entlastet den Vertreter. Endlich darf er sein Hündchen ganz für sich behalten.

Hintergrund

Mit «Bäckerei Zürrer» feierte Früh nicht nur in der Schweiz einen überragenden Erfolg. Auch in der BRD erntete das Schweizer Melodrama wohlwollende Kritiken. Aufgefallen war Frühs Talent und sein Auge fürs Kleinbürgermilieu auch Heinz Rühmann, dem Star des BRD-Kinos. Er war es auch, der den Schweizer für eine Produktion nach Dänemark lotste.

Früh hatte sich gerade mit Max Dora und der Gloria-Film überworfen, die ihm, nach drei Erfolgsfilmen keine grösseren Freiheiten für seine nächste Produktion gewähren mochten. So packte er, als der Ruf aus dem Ausland erfolgte, kurzerhand die Koffer und reiste nach Kopenhagen. Er sollte seinen Ausflug ins Ausland bitter bereuen. Was folgte war nicht die grosse Freiheit, sondern ein Star, der bei jedem Belang mitredete und den Film massgeblich nach seinen Vorstellungen gestaltete. So passte sich «Der Mann, der nicht nein sagen konnte» schliesslich konturenlos in Rühmanns spätere Filmographie um «nette Leutchen» und deren «netten Problemchen» ein. Früh reiste, noch bevor alles tatsächlich im Kasten war, Hals über Kopf nach Zürich zurück.

Zahlen und Fakten

  • Produktion: PEN-Filmproduktion Locarno, Rialto-Film, Kopenhagen, Constantin-Filmverleih GmbH, München
  • Produzent: Preben Philipsen, Conrad von Molo, Heinz Rühmann
  • Erstaufführung: 4.9.1958 Köln (UFA-Palast); 8.10.1958 Zürich («Corso»)
  • Drehzeit: Mai 1958
  • Innenaufnahmen: Palladium-Atelier, Kopenhagen; Bavaria-Filmatelier
  • Aussenaufnahmen: Kopenhagen

Cast

  • Heinz Rühmann als Thomas Träumer
  • Hannelore Schroth als Eva Träumer
  • Siegfried Lowitz als Ulrich
  • Ursula Heyer als Bettina
  • Renate Ewert als Marilyn
  • Helga Münster als Hilde
  • Franz Otto Krüger als Kommissar Kümmelmann
  • Wolfgang Kieling als Untersuchungsrichter
  • Willi Rose als Polizist
  • Erwin Linder als Polizeischef

Crew

  • Regie: Kurt Früh
  • Drehbuch: Hans Jacoby, Max Colpet
  • Kamera: Göran Strindberg
  • Musik: Heinrich Sutermeister
  • Schnitt: Anker Sörensen