«Ein Schweizer in Paris» von Kurt Früh, 1958

Eigentlich fährt Herr Hungerbühler nur nach Paris, um über halbautomatische Zwerge zu verhandeln. Für sein Spielwarengeschäft, versteht sich. Doch es ist der Beginn einer skurrilen Odyssee, die Hungerbühler vom Gare de l’Est durch das Rotlichtmilieu bis zur Fremdenlegion und in die Sahara führt.

In diesem Dialektlustspiel muss Hansruedi Hungerbühler, Angestellter beim Spielwarengeschäft Fischer, beruflich nach Paris, um mit den Gebrüdern Ronsard über halbautomatische Zwerge zu verhandeln.

Im Sog der Grossstadt

Ein unbescholtener Schweizer auf Geschäftskosten unterwegs im Sündenpfuhl Paris ‒ da weiss man doch schon, wie diese Geschichte ausgeht: Hungerbühler reist mit den besten Absichten und drei Kilo Schulfranzösisch im Gepäck in die französische Metropole, tritt aber selbstverständlich schon 50 Zentimeter ausserhalb des Gare de L'Est in den Sumpf der Grossstadt, opfert in den nächsten 20 Minuten Ronsards sämtliche halbautomatischen Zwerge, seine eidgenössische Tüchtigkeit und ein Lebensglück mit der Tochter vom Chef einem schillernden Nachtschattengewächs aus der Gattung der «Fleurs du Mal».

Nach weiteren 20 Minuten flieht er angewidert in die Fremdenlegion, trifft aber in Marseille kurz vor der Einschiffung ebendiese Tochter, die ihn in ganz Mitteleuropa gesucht hat, heiratet sie, übernimmt selber die Leitung der Firma und erzählt als angesehener Bürger für den Rest seines Lebens auch denen, die es ganz und gar nicht wissen wollen, die wildesten Geschichten aus der Sahara.

Sie werden lachen: Es geschieht alles ganz anders …

Credits

  • Mit: Ruedi Walter (Direktor Fischer), Monika Gubser (Tochter Kathi Fischer), Walter Roderer (Hansruedi Hungerbühler), Cordelia (Tanja alias «Désirée»), u.a.
  • Musik: Hans Moeckel
  • Radiobearbeitung und Regie: Hans Hausmann
  • Produktion: SRF 1958
  • Dauer: 1h5min.