Fernand Melgar: ein Filmer mit schonungslosem Blick

Fernand Melgar wirft in seinen Dokumentarfilmen einen besonderen Blick auf die Schweiz. Der überzeugte Humanist konfrontiert sein Publikum mit gesellschaftlich umstrittenen Fragen. Er tut dies mit empathischer Tiefe und nüchterner Distanz zugleich – ein Erfolgsrezept.

Der Regisseur Fernand Melgar.

Bildlegende: Die Balance zwischen Nähe und Distanz ist Fernand Melgars Stärke. SRF

«Ich mache engagiertes, kein militantes Kino. Es schwingt im Einklang mit der Schweizer Demokratie», beschreibt Fernand Melgar seine Filme. Dabei richtet er sein Objektiv auf heiss umstrittene Themen: In «Exit» etwa wirft er einen schonungslosen Blick auf die Sterbehilfe mit allen ethischen, politischen, aber auch zwischenmenschlichen Fragen.

Die Ausländerpolitik gehört zu Melgars bevorzugten Themen. Fernand Melgar, der als Kind selbst illegal in die Schweiz kam, beschreibt in seinen letzten Filmen «La Forteresse» und «Vol spécial», wie komplex der Umgang mit Asylbewerbern ist: Asylbewerber sind keine anonyme Masse, sondern Menschen; sie haben eine Geschichte und ein Gesicht.

Szene aus dem Film «La Forteresse» mit einem Mann hinter Glas, der einen Hut trägt.

Bildlegende: Szene aus «La Forteresse» – der Film hat zwölf internationale Preise gewonnen. SRF

Seine Filme romantisieren nicht

«CINEMAsuisse» gibt Einblick in Melgars filmische Welt und Arbeit. Melgars Filme romantisieren nicht. Sie stilisieren nicht. Sie zeigen und eröffnen Blickwinkel auf ein Thema und sezieren Missstände messerscharf – ohne zu werten.

Diese dokumentarische Balance zwischen Nähe und Distanz zu halten, ist Melgars mehrfach ausgezeichnete Stärke. Im wahrsten Sinne: «La Forteresse» hat zwölf internationale Filmpreise gewonnen, darunter den Goldenen Leoparden von Locarno.

Sendeplatz

Sonntag, 14. Juli 2013 um 21:45 auf SRF zwei

«La Forteresse», 14. Juli um 22:15 Uhr, SRF zwei

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