Mohammed Soudani: Ein Filmer reist zu seinen Wurzeln

Mohammed Soudanis Geschichte gibt dem Regisseur einen ganz besonderen Blick auf seine Wahlheimat Schweiz – vielleicht gerade, weil er öfter in die Welt hinaus blickt, statt Nabelschau zu betreiben.

Der Filmer Mohammed Soudani stellt seine Wahlheimat Schweiz dem Afrika seiner Herkunft gegenüber.

Bildlegende: Der Filmer Mohammed Soudani stellt seine Wahlheimat Schweiz dem Afrika seiner Herkunft gegenüber. SRF

Nach Schulabschluss im Algerien der 1960er-Jahre gewinnt Soudani einen Wettbewerb als Kameramann für das algerische Fernsehen. Daraufhin besucht er das Institut des Hautes Études Cinématographiques (IDHEC) in Paris. Parallel dazu spielte er Fussball und schafft es bis in die Junioren-Nationalmannschaft seines Landes. Mit 22 Jahren sucht Soudani sein Glück als Fussballer in der Schweiz – und landet 1971 im Tessin.

Sein Traum ist es weiterhin, hinter der Kamera zu stehen. Von 1972 bis 1986 arbeitet er deshalb als Kameramann und Bildautor für die Polivideo SA und macht sich damit international einen Namen. Die Zusammenarbeit mit bedeutenden Theater- und Filmregisseuren wie Luca Ronconi und Werner Herzog veranlassen ihn, selber Regisseur zu werden.

Schwingen in der Schweiz und im Senegal

Durch alle Dokumentar- und Spielfilme von Soudani zieht sich ein roter Faden: die Gegenüberstellung seiner Wahlheimat Schweiz mit dem Afrika seiner Herkunft.

Seinen Einstand als Regisseur gibt der Algerier mit zwei in Côte d'Ivoire gedrehten Dokumentarfilmen: «Nawa, l'homme et l'eau» (1988) und «Yribakro, bois sacré» (1990). In diesen Filmen unternimmt Soudani eine Initiationsreise zu seinen Wurzeln. «Waalo Fendo – la dove la terra gela» (1997) zeigt das Schicksal von illegal eingereisten Afrikanern in Italien. Dieser in Mailand, Sizilien und Senegal gedrehte Spielfilm gewinnt 1998 den Schweizer Filmpreis.

Mit «Roulette» (2007), «Lionel» (2010) und «Taxiphone» (2010) realisiert Mohammed Soudani drei Spielfilme, bevor er 2011 mit «Lotta: sciamani, tori e campane» zum Dokumentarfilm zurückkehrt. In einer Gegenüberstellung des urschweizerischen Schwingens mit dem senegalesischen Freistilringen, schlägt er erneut eine Brücke zwischen Afrika und der Schweiz.

Sendeplatz

Donnerstag, 14. August um 1:35 Uhr auf SRF 1

«Taxiphone», Mittwoch,
14. August um 00:05 Uhr auf SRF 1

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