«Cyrus – Meine Freundin, ihr Sohn und ich»

Arbeitslos, deprimiert und geschieden lernt John die bezaubernde Molly kennen, die für seinen ungelenken Charme auch tatsächlich empfänglich ist. Das Liebesglück wäre perfekt – doch Mollys erwachsener Sohn will seine Mutter nicht mit einem Eindringling teilen.

Zwei Männer führen ein Gespräch auf einem Sofa in einem Wohnzimmer.

Bildlegende: Ein ernstes Wort: John C. Reily als John, Jonah Hill als Cyrus. SRF/2010 Twentieth Century Fox Film Corporation

John (John C. Reilly) hat keinen Job, ist pleite und deprimiert. Seine Exfrau Jamie (Catherine Keener) steht davor, neuerlich zu heiraten. Weil sie dem Elend nicht länger zusehen will, zwingt sie John, ausnahmsweise wieder einmal unter die Leute zu gehen. Und siehe da: Der schwermütige Kerl macht sich an einer Party zwar unmöglich, lernt beim Pinkeln im Garten aber Molly (Marisa Tomei) kennen.

John kann sein Glück kaum fassen. Molly ist nicht nur attraktiv und charmant, sondern auch auf seiner Wellenlänge. Einer vielversprechenden Beziehung steht nichts im Wege, ausser: Cyrus (Jonah Hill). Mollys erwachsener Sohn, der nie ausgeflogen ist, scheint John anfänglich zwar als neuen Mann in Mollys Leben zu akzeptieren. Bald häufen sich jedoch die Anzeichen, dass der pummelige Stubenhocker sein Mami nicht mit einem Anderen teilen will.

Interessanter Indie-Film

Mit einer Ausgangslage für derbsten Klamauk gelang Jay und Mark Duplass ein interessanter Indie-Film, gemäss der «Berner Zeitung» eine «munter inszenierte und einfühlsam gespielte Familienkomödie, die auch deshalb Spass macht, weil man bei ihr nie recht weiss, woran man eigentlich ist.» Das schleichende Unbehagen, das Jonah Hill als moderner Ödipus-Nachkomme weckt, erinnerte das Branchenblatt «Variety» gar an einen Horrorfilm.

Grossartige Schauspieler

Getragen wird «Cyrus» von grossartigen Darstellern, denen die beiden Filmemacher grosse Freiheiten einräumten. Die Brüder Duplass haben im Drehbuch die Szenen nur grob umrissen und John C. Reilly, Marisa Tomei und Jonah Hill viel Raum zur Improvisation gelassen. Das gefiel auch der «Aargauer Zeitung»: «So bekommt die Geschichte bei aller komödiantischen Überspitzung in manchen Szenen eine verblüffende Intensität. Von der Präsenz der Akteure geradezu in die Handlung hineingezogen, hat man als Zuschauer das Gefühl, den Protagonisten ungewöhnlich nahe zu sein. Man leidet und freut sich tatsächlich mit!»

Sendeplatz

Montagnacht um 00:35 Uhr auf SRF 1.