Neu im Kino «David Lynch: The Art Life»: Mystisch wie der Meister selbst

Als wär's ein Stück von ihm: ein Dokumentarfilm über die künstlerischen Wurzeln und prägenden Phasen des Kult-Regisseurs.

Video «Neu im Kino: «David Lynch: The Art Life»» abspielen

Neu im Kino: «David Lynch: The Art Life»

1:33 min, vom 8.8.2017

Szene Blue Velvet

Bildlegende: Typisch Lynch und ganz schön schräg: «Blue Velvet» von 1986. Getty Images

David Lynch ist der Meister surrealistischer Filme wie «Mulholland Drive», «Wild at Heart» und der Serie «Twin Peaks». Seine Filme kann man als stimmige, doch abstrakte Kunstwerke bezeichnen, die einen zwar in den Bann ziehen, aber trotzdem ratlos zurücklassen.

Genau so kann man auch den neuen Dokumentarfilm über ihn beschreiben. Der Film hätte vom David Lynch selbst inszeniert sein können. Das liegt daran, dass die Dokumentation nur von Lynchs Erzählungen getragen wird. Seine Vergangenheit, sein Leben aus seiner Perspektive. Andere Leute kommen nicht zu Wort.

Lynchs unbekannte Seiten

Wie der Filmtitel «David Lynch: The Art Life» verrät, konzentriert sich die Dokumentation auf die weniger bekannte Seite des Regisseurs als Kunst-Maler. Bevor sich Lynch dem Bewegtbild widmete, zeichnete er sich zuerst als junger Kunststudent durch mehrere Universitäten.

David Lynch vor seiner Kunst

Bildlegende: Der Regisseur ist auch Maler, Designer und Komponist. Getty Images

Im Film erzählt der US-Amerikaner von seiner Kindheit und über Erlebnisse, die ihn prägten. Genauer gesagt, Erlebnisse, die seine künstlerische Laufbahn prägten.

Wenn er davon erzählt, wie er als Kind eine nackte, blutverschmierte Frau sieht, die in seinem friedlichen Wohnort mitten aus dem Nichts auftaucht, dann verbindet man diese Erscheinung gleich mit Lynchs Kultserie «Twin Peaks». Dort taucht ebenfalls eine geschändete Frau aus dem Nichts in einem idyllischen Dorf auf.

Stimmiges Porträt

David Lynchs persönliche Geschichte über sein bewegtes Künstlerleben ist stimmig erzählt. Man sieht den Meister wie er sich heute noch voller Hingabe seinen Kohlezeichnungen, Plastiken und Ölgemälden widmet. Dazwischen werden alte Fotos und Video-Archivaufnahmen eingeblendet.

In Kombination mit einem Soundtrack, der auch viele Stücke von Lynch selbst enthält, denn Musiker ist er auch noch, ergibt das ein perfekt inszeniertes Portrait. Doch dem Menschen hinter dem Universal-Künstler kommt man damit nicht unbedingt näher.

Lynch plaudert aus dem Nähkästchen seiner Vergangenheit damit der Zuschauer die Einflüsse für seine Werke nachvollziehen kann. Dadurch werden enge Weggefährten wie seine Ehefrau Peggy und seine erste Tochter, die er mit 22 Jahren bekam, zu Randfiguren in seinem Universum.

Was man sich von «David Lynch: The Art Life» erwarten kann? Ein rundes, abstraktes Portrait, das aber gewollt einige Fragen offen lässt. Typisch David Lynch halt.