Die Trolle aus den 90ern sind zurück, noch kitschiger: Jö!

Die farbenfrohen Trolle und der Soundtrack von Justin Timberlake sorgen für ein Feel-Good-Erlebnis. Vor allem für die Kinder der Neunziger. «Trolls», eine Heile-Welt-Geschichte aus dem Hause Dreamworks.

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Stop-Motion und Kinokritik zu «Trolls»

2:18 min, vom 19.10.2016

Ach, die schönen Neunziger: Stundenlang hörten Kinder Kassetten, schwangen den Hula-Hoop-Reifen oder verzierten mit Kreide die Strasse: Hier noch den Namen des Schwarmes mit einem Herzchen drum malen und da noch eine gigantische Diddl-Maus kritzeln. Am Wochenende tauschten die Kids untereinander «Schi-Schi»-Sachen. «Schi-Schi», das war der wertvollste Kleinkram, den man besass.

Drei nackte Troll-Puppen mit farbigen Haaren

Bildlegende: Nackig, farbige Filzfrisur und gruselige Augen: Die Zaubertrolle aus den 90ern. Mauritius Images

Darunter befanden sich auch die Zaubertrolle: Die «füddliblutten» Puppen mit Filz-Haar. Es war ein Hype. Jeder wollte einen noch cooleren und schöneren Troll besitzen (Die Autorin wollte unbedingt einen mit Regenbogen-Mähne). Irgendwann wurden die Kinder der 90er-Jahre älter und die skurrilen Kreaturen landeten im Müll oder auf dem Dachboden.

Wuschelköpfe auf der Grossleinwand

Jetzt, mehr als zwanzig Jahre später, gibt es ein Comeback der skandinavischen Kultpuppen. Im Kino. Man kann wirklich mit jeder Idee die Kasse klingeln lassen. Ein Blick in die Spielzeugabteilung reicht, um sich selbst zu überzeugen.

Die kleinen Helden gibt es bereits vor Kinostart in allen Variationen und Formen zu kaufen: als Puppe, Schlüsselanhänger oder gar Knetmasse. Die klugen Köpfe vom Marketing wissen, wie sie den Eltern das Geld abknöpfen können. Die neuen Trolle kommen aber noch kitschiger daher. Die Puppen aus den 90er-Jahren bleiben unschlagbar.

«Aww», «Jöö» und «Uii»

Poppy singt mit ihrer Gitarre in der Hand.

Bildlegende: Die stets fröhliche Prinzessin Poppy liebt es, zu singen. Twentieth Century Fox

Der Film lässt sich aber definitiv sehen. Die Animations-Komödie erzählt eine hinreissende Geschichte übers Glück und wie man es findet.

In «Trollstadt» wird gesungen, getanzt und geknuddelt. Das ist ansteckend: Man wippt und summt im Kinosessel. Dazu sind unzählige Jö-Momente garantiert: Oh, da pupst ein Troll Cupcakes aus dem Popo. Aww, da bastelt die Trollprinzessin mit ihren feinen Fingern einen schönen Scherenschnitt und uii, es gibt sogar ein Mini-DJ-Pult (Wie niedlich! Die Autorin war entzückt). Dass sich die Filmemacher sowohl bei der Story als auch beim Design ordentlich ins Zeug gelegt haben, spürt man.

Ohrwurm-Attacke dank Justin Timberlake

Zu guter Letzt sorgt der Soundtrack von Justin Timberlake für ein tolles Feel-Good-Erlebnis, das noch lange anhält. Zu lange. Man sei gewarnt: Die Songs sind böse Ohrwürmer. «I can’t stop the feeling ... » wird man nach dem Kinobesuch noch ewig trällern: Auf dem Nachhauseweg, beim Zähneputzen, auf dem Klo und unter der Bettdecke (Die Autorin summte auch beim Verfassen des Artikels).

Kinostart: 20.10.2016