Cartoon-Heldin «Daria» Diese Frau ist nicht perfekt, aber unglaublich cool

Sie ist weder hübsch noch beliebt – und will es auch nicht sein. MTV hat mit «Daria» eine Kultheldin geschaffen.

Ein Engelchen und ein Teufelchen reden auf Daria ein.

Bildlegende: Stille Wasser sind tief: Daria sagt längst nicht alles, was sie denkt. mtv.com

Stoischer Blick, ruhige Stimme: «Ich bin nicht unglücklich, ich bin nur nicht wie die anderen.» Daria ist anders. Seit 20 Jahren.

«Lala la la laaaaa» nicht «La La Land»

Darias Anfang als Cartoon-Heldin ist alles andere als vielversprechend: Sie ist ursprünglich eine Nebenfigur des MTV-Cartoons «Beavis and Butt-Head» – also eine Nebenfigur der Kult-Idioten der 1990er-Jahre.

Daria soll das weibliche MTV-Publikum ansprechen, doch vorerst bleibt sie eine Randfigur im Schatten von Beavis und Butt-Head. Erst 1997 hat ihr Schattendasein ein Ende: Daria bekommt ihre eigene Show.

Ein freches «Lala la la laaaaa» erklingt im Intro zu «Daria». Der Song der Frauen-Grunge-Band Splendora klingt wie: «Ihr könnt mich mal, ich mach, was ich will.» Das passt.

Mit Kampfstiefeln durch eine kranke Welt

Darias Geschichte ist schnell erzählt: Eine Teenagerin zieht mit ihrer Familie in eine neue Stadt. In der High School ist sie eine Aussenseiterin. Alle nerven.

Daria ist nicht das gutaussehende All-American-Girl – ihre Schwester schon. Daria ist sarkastisch, dauerskeptisch und rebellierte still gegen jede Form von Kommerz. Sie trägt lieber Kampfstiefel als Stöckelschuhe.

Daria ist clever. Sie beobachtet ihre Familie, ihre Mitschülerinnen, ihre Gesellschaft und ist nicht zufrieden mit dem, was sie sieht. Ihre Lieblings-TV-Show heisst «Sick Sad World». Kein Zufall.

Bitte nicht lächeln

Ihr Gesicht ist meistens so ausdruckslos wie ihre Stimme. Daria hat nicht das Bedürfnis, die Erwartungen der Gesellschaft an Frauen zu erfüllen: «Ich will nicht lächeln, wenn ich keinen Grund dazu habe.»

Darias Stärken sind auch ihre Schwächen. Ihre Zurückhaltung steht ihr manchmal auch im Weg. Zum Beispiel beim Bruder ihrer besten Freundin. In den sie heimlich verknallt ist.

Aller Rebellion zum Trotz: Auch Daria ist nur eine ganz normale Teenagerin. Genau so menschlich sind auch die übrigen Figuren. Selbst der nervigen Schwester wird im Verlauf der Show mehr Tiefsinn zugestanden, als ihre Cheerleader-Rolle vermuten lässt.

Fester Platz in der Popkultur

2002 war Schluss. Darias High-School-Jahre gehen zu Ende. Aus dem Gedächtnis der Fans verschwindet sie nicht.

Ob Twitter, Tumbler oder Facebook: Immer wieder verweisen Fans mit Bildern und Zitaten auf ihre Heldin. Daria ist damals wie heute eine Identifikationsfigur für Frauen und Männer, die mit Konventionen und Trends hadern.

Der König ist nackt

Darias Ratschlag während ihrer Abschlussrede fasst das Gefühl der Serie gekonnt zusammen und zeigt, wie zeitlos Daria als Anti-Heldin ist:

«Steht ein für das, woran ihr glaubt. Ausser Erfahrung und Logik widersprechen dem. Vergesst nie: Ein König, der nackt aussieht, ist nackt. Wahrheit und Lüge sind nicht ‹fast das Gleiche›. Und: Es gibt keinen Moment im Leben, der nicht besser wird mit einem Stück Pizza.»

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