«Disturbia - Auch Killer haben Nachbarn»

Der 17-jährige Kale ist wegen einer disziplinarischen Massnahme drei Monate unter Hausarrest gestellt. In dieser Zeit der Langeweile erkundet er seine Umgebung genauer – und macht eine fürchterliche Beobachtung.

Ein junger Mann starrt mit offenem Mund etwas an.

Bildlegende: Shia LaBeouf als Kale Brecht, Carrie-Anne Moss als Julie Brecht. SRF/Dreamworks LLC and Cold Springs Pictures

Nach dem Unfalltod seines Vaters, der den 17-jährigen Kale (Shia LaBeouf) völlig apathisch gemacht hat, handelt sich der Schüler wegen einer Handgreiflichkeit gegenüber einem Lehrer drei Monate Hausarrest ein. Eine elektronische Fussfessel stellt sicher, dass er das Haus nicht verlässt. Die zuständige Beamtin rät dem Delinquenten, sich eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen, um nicht durchzudrehen. Weil Kales Mutter (Carrie-Anne Moss) nicht zulässt, dass er sich seine Strafe mit Videospielen, Internet und Junkfood versüsst, bekämpft der jugendliche Tunichtgut die Langeweile mit dem Beobachten seiner Umgebung. Dabei kommt er nicht nur schadenfrohen Nachbarskindern, tennisspielenden Hausfrauen und heimlichen Affären auf die Spur.

Gefährliche Observation

Als er die schnuckelige, frisch eingezogene Nachbarstochter Ashley (Sarah Roemer) beim Schwimmen und Sonnenbaden beobachtet, gerät der geheimnisvolle Mister Turner (David Morse) in sein Visier. Seinen Kumpel Ronnie (Aaron Yoo) kann Kale davon überzeugen, dass Turner ein Mörder sei, der schon mehrere rothaarige Frauen auf dem Gewissen habe, von der Polizei aber noch nicht gestellt werden konnte. Die beiden können Ashley für eine Observierung des unheimlich anmutenden Nachbarn gewinnen; dabei ahnt das Trio nicht, welcher Gefahr sie sich damit ausliefern.

Der Filmkritiker der BBC nannte «Disturbia» die Neuauflage des Hitchcock-Klassikers «Das Fenster zum Hof» für die YouTube-Generation - und liegt damit goldrichtig. Jungstar Shia LaBeouf spielt hier den Part von James Stewart. Auch dieser war zur Immobilität verdammt und kam in seiner Langeweile einem Verbrechen auf die Spur - mithilfe der liebreizenden Grace Kelly. Im 21. Jahrhundert kann man die Nachbarn allerdings nicht bloss mit einem Fernglas ausspionieren: Dafür kommen Videokameras, Fotohandys, Computer und Internet zum Einsatz.

Mehrere Leichen im Keller

Und während Hitchcock noch allein mit dem Suspense für Gänsehaut sorgte, geht es bei Regisseur D. J. Caruso rasanter und handfester zur Sache. Schon in der Anfangssequenz sorgt ein spektakulärer Autounfall für einen Adrenalinschub, und Bösewicht David Morse («The Green Mile») hat gleich mehrere Leichen im Keller - im wahrsten Sinn des Wortes. Mit Caruso drehte Jungstar LaBeouf 2008 auch den Verschwörungsthriller «Eagle Eye» und stand danach unter anderem für mehrere «Transformers»-Abenteuer vor der Kamera.

Sendeplatz

Dienstagnacht um 23:50 Uhr auf SRF zwei