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Drehbuchautor Danny Rubin Auch nach 25 Jahren grüsst ihn täglich das Murmeltier

Der 2. Februar ist der Murmeltier-Tag: Im Kultfilm «Groundhog Day» oder «Und täglich grüsst das Murmeltier» wiederholt sich genau dieser Tag immer und immer wieder aufs Neue.

Ein TV-Reporter mit Mikrofon. Dahinter eine Bühne mit Männern in schwarzen Anzügen und Zylindern.
Legende: Phil erlebt immer und immer wieder den «Groundhog Day». Obwohl er mit ihm gar nichts anfangen kann. United Archives

Für den Wetter-Ansager Phil beginnt jeder Tag genau gleich: Punkt 6 Uhr geht der Radiowecker los und spielt den Song «I Got You Babe» von Sonny & Cher.

Phil ist gefangen in einer Zeitschlaufe. Er ist als Reporter im Kaff Punxsutawney in Pennsylvania gelandet. Und dort grüsst täglich das Murmeltier: Ein Murmeltier, das ironischerweise ebenfalls Phil heisst und ein wohlgenährtes, flauschiges Orakel ist.

Jedes Jahr kommt es am 2. Februar aus seiner Höhle und prophezeit – je nach Schattenwurf – den weiteren Verlauf des Winters.

Die Qual der Wiederholung

Phil, der diesem ruralen Ritual so rein gar nichts abgewinnen kann, ist dazu verflucht, diesen Tag immer wieder aufs Neue zu erleben. Kein Wunder, geht Phil das morgendliche Musikstück irgendwann auf den Wecker., Link öffnet in einem neuen Fenster

Anders als Phil ist der Drehbuchautor Danny Rubin ein freundlicher Mensch. An den Film erinnert er sich gerne. Schliesslich hat er Danny Rubin zum Durchbruch verholfen.

«‹Groundhog Day›, der Titel des Films, hat es sogar in das berühmte Oxford-Wörterbuch geschafft, ist quasi zum Sprichwort geworden für das Gefühl, in einer Situation festzustecken. »

Das Murmeltier lässt ihn nicht mehr los

Ein Gefühl, das Danny Rubin selbst kennt. Auch ihn hat der «Groundhog Day» nie losgelassen. Seit er vor rund 25 Jahren in die Kinos kam, hat Rubin ein Buch darüber verfasst, einen Blog geführt mit dem Titel «Blogus Groundhogus», Link öffnet in einem neuen Fenster und ein Murmeltier-Musical geschrieben.

Zwei Männer schauen lachend in die Kamera.
Legende: Gefangen in der Zeitschlaufe: Drehbuchautor Danny Rubin und sein Hauptdarsteller Bill Murray 2017. Getty Images

«Das ist ein grosses Privileg», sagt Danny Rubin. Im Gegensatz zur Endlosschleife seiner Figur Phil sei für ihn die Wiederholung ein grosses Glück.

Selbst seine Stelle an der Harvard Universität, wo er Studenten das Schreiben beibringt, habe er letztlich «Groundhog Day» zu verdanken.

Groundhog Day

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der «Groundhog Day» in verschiedenen Orten der USA und Kanada begangen. Ein Murmeltier wird aus seinem Bau gelockt. Wenn das Tier seinen Schatten sieht, also die Sonne scheint, dauert der Winter noch weitere sechs Wochen.

Das Städtchen Punxsutawney, das Ort der Handlung im Film «Groundhog Day» ist, hat die längste dokumentierte Tradition dieses Brauchs. Erstmals erwähnt ist der Tag in der Lokalzeitung vom 2. Februar 1886.

Tag für Tag für Tag

Das Schreiben sei nichts anderes als Wiederholung, sagt Rubin: «Du stehst auf, versuchst dir etwas auszudenken, schreibst, findest es ganz furchtbar, legst es weg, nimmst es wieder hervor. Und so geht es weiter, Tag für Tag für Tag.»

Da habe es Momente gegeben, in denen er sich gefangen gefühlt habe. «Ich habe mich gefragt: Werdet ihr eines Tages ein Murmeltier auf meinen Grabstein stellen?» sagt Danny Rubin – der in gewisser Weise immer noch feststeckt in dieser ewigen «Murmeli-Zeitschlaufe».

Sendung: Radio SRF 4 News, 2.2.2018, 6:25 Uhr.

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