«Ein Prophet»

Als 19-Jähriger muss der Muslim Malik eine sechsjährige Haftstrafe verbüssen. In der Haftanstalt tobt ein tödlicher Kampf zwischen den korsischen und muslimischen Insassen. Malik schlägt sich auf die Seite der Korsen und kämpft sich Tritt für Tritt die Karriereleiter hoch.

Ein Mann schaut aus seiner Zelle raus.

Bildlegende: Tahar Rahim als Malik El Djebena. SRF/Why Not Productions

Der muslimische Malik El Djebena (Tahar Rahim) muss mit 19 für sechs Jahre ins Gefängnis. Dort herrscht der korsische Mafiaboss César Luciani (Niels Arestrup) mit eiserner Faust über die anderen Insassen.

Zwischen den muslimischen und den korsischen Häftlingen tobt ein Kampf um Leben und Tod, der Malik keine Chance lässt, in Ruhe erwachsen zu werden. Bereits in den ersten Tagen wird er in die Auseinandersetzung verwickelt. César zwingt ihn, einen muslimischen Insassen zu töten. Unter Todesangst schmuggelt er in seinem Mund eine Rasierklinge in dessen Zelle und führt den Auftrag aus.

Von nun an steht Malik trotz seiner muslimischen Herkunft unter Césars Schutz. Die neu gewonnene Sicherheit nutzt er, um sich fortzubilden. Er lernt die korsische Sprache, lernt Lesen und Schreiben. César kann ihn dank diesen neuen Fähigkeiten immer vielseitiger einsetzen. Er wird ein wichtiger Teil seines Schmugglerimperiums und beginnt, Césars Leute für ihn zu bespitzeln. César wird Maliks Mentor.

Tiefgehend, hart und direkt

Regisseur Jacques Audiard zeigt den Mikrokosmos des Gefängnislebens als autonomen Randbereich der heutigen Gesellschaft. Aufstieg und Fall, Erwachsenwerden und Altern, Freundschaft und Intoleranz – alles findet hinter den Gitterstäben in begrenztem Raum statt.

Den Grenzen zum Trotz erschafft Audiards schnörkellose Inszenierung eine tiefgehende Welt, die hart und direkt auf die desolaten Bedingungen in Haftanstalten aufmerksam macht. «‹Un prophète› ist vieles auf einmal, und alles gelingt: ein Knastfilm, ein Soziogramm, eine Rassenstudie, die Geschichte der Findung und Abnabelung eines Adoptivvaters – und, perverserweise, eine Erfolgsstory», lobt Hanns-Georg Rodek («Die Welt»).

Kritiker loben weltweit

Die authentische Inszenierung und die daraus resultierende Nähe zu den Figuren und deren Lebensbedingungen sorgten für weltweites Kritikerlob und einen Preisregen an zahlreichen Festivals. Nachdem «Un prophète» den grossen Preis der Jury in Cannes und neun Césars gewann, wurde er für den Oscar und den Golden Globe als Bester fremdsprachiger Film nominiert. Spätestens mit diesem Erfolg hat sich Regisseur Audiard in die Annalen der Filmgeschichte eingeschrieben und gilt als einer der wichtigsten französischen Filmemacher der Gegenwart.

SRF 1 zeigt «Ein Prophet» exklusiv in Zweikanalton deutsch/französisch.

Sendeplatz

Montagnacht um 00:55 Uhr auf SRF 1