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Film & Serien «Elser»: Allein gegen die Nazis

Es fehlten 13 Minuten und ein Handwerker von der schwäbischen Alb hätte die Weltgeschichte verändert. Georg Elser versuchte 1939 Adolf Hitler umzubringen und scheiterte knapp. Regisseur Oliver Hirschbiegel («Der Untergang») setzt dem Widerstandkämpfer ein filmisches Denkmal.

Legende: Video Attentat im Alleingang abspielen. Laufzeit 2:43 Minuten.
Aus 10vor10 vom 16.04.2015.

Der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel wurde 2004 durch den Film «Der Untergang» bekannt. Er handelt von den letzten Tagen des Nazi-Regimes und spielt im Führerbunker. Dafür setzte der Regisseur den Schweizer Bruno Ganz als Hitler in Szene. Mit «Elser», der wahren Geschichte eines einfachen Mannes, der im Alleingang die Welt vor Hitler retten wollte, beschäftigt sich Hirschbiegel erneut mit dem Dritten Reich. Wir trafen den Regisseur des gelungenen Portraits eines Widerstandskämpfers in Zürich.

Was war Elser für ein Mensch?

Oliver Hirschbiegel: Der Schlüssel zum Verständnis von Elser liegt darin, dass er ein starkes Bedürfnis nach Freiheit hatte. Jede Einschränkung von persönlicher Entfaltung oder der Individualität war ihm fremd. In seinen Augen sollte jeder Mensch tun und lassen können, was er wollte. Und darum ging es mir in dem Film: Den Ausnahmemenschen zu zeigen, der er war.

Der Regiessuer Oliver Hirschbiegel
Legende: Der Regisseur von «Elser»: Oliver Hirschbiegel Keystone

Wie kam es, dass Georg Elser erst in den 1980er-Jahren als Held gefeiert wurde?

Georg Elser gehört mindestens auf die gleiche Stufe wie Stauffenberg oder die Geschwister Scholl. Aber wenn man aus einer alten Offiziers-Familie stammt wie Stauffenberg oder wie die Geschwister Scholl einen akademischen Hintergrund hat, dann hat man eine Lobby. Da gibt es genug Kräfte, die einen publizistisch unterstützen und vertreten. Als kleiner Handwerker aus der schwäbischen Provinz hat man keine Lobby. Dazu kommt: Lange wurde Elser verdächtigt, ein Kommunist zu sein. Aber das stimmte nicht. Die Idee sich zu organisieren, Mitglied in einer Organisation zu sein, das war ihm fremd.

Haben Sie es sich schon mal vorgestellt, wie sie in den 1930er-Jahren mit der gesellschaftlichen Veränderung in Deutschland umgegangen wären?

Oft. Und es ist heute so leicht zu sagen, ich hätte da nicht mitgemacht. Ich masse mir nicht an zu behaupten, ich hätte den Mut aufgebracht, mich öffentlich gegen das System zu stellen. Sagen kann ich: Ich wäre sicherlich kein Nazi geworden und hätte mich auch nicht in der NSDAP organisiert. Aber ich weiss nicht, ob ich den Mut gehabt hätte, nur schon nicht den Arm zu recken. Den Hitler-Gruss nicht auszuführen hatte damals ja schon Konsequenzen. Ich wäre wahrscheinlich, wie viele andere Künstler, ins Ausland gegangen.

Welche Bedeutung hat der Film für die heutige Zeit?

Er zeigt der Welt und uns Deutschen, dass es Menschen gab, die den Zweiten Weltkrieg vorausgesehen haben. Und er zeigt auch, dass man was hätte tun können. Man muss sich bewusst machen, dass mehr als die Hälfte des deutschen Volkes da mitgemacht hat. Die haben die Nazis gewählt und später behauptet, sie hätten nichts von der Judenverfolgung gewusst. Elser war anders. Er hat gespürt, dass etwas gegen Hitler getan werden muss. Und er hat es getan.

Kinostart: 16.4.2015

2 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Schade, sehr schade, dass es dem mutigen, George Elser, nicht gelang, den Massenmörder Hitler zu eliminieren. Wie viel Leid hätte verhindert und wie viel Menschenleben gerettet werden können. Aber leider kam es anders, als gewünscht. Leider zu spät, aber immerhin wird sein mutiger Versuch nun gewürdigt.
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    1. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Ich bedaure dies auch sehr. Aber es gibt auch heute solche Menschen und man sollte diese viel mehr unterstützen. Es sind nicht die Lauten die schreien und die bekannt werden wollen. Ich bin sicher, dass wir, wenn wir uns aufmerksam in unserem Umfeld umsehen, solche mutigen Menschen erkennen können. Man muss ihnen Zeichen geben, dass man zu ihnen steht. Nur so können wir Mutige stärken. Es darf für uns nicht mehr bequemer sein, nichts zu sagen und keine Zeichen zu geben.
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