Film-Tipp: Black Snake Moan - Lockruf der schwarzen Schlange

In Tennessee kümmert sich ein ehemaliger Musiker um seine eigenen Angelegenheiten. In der Gestalt einer geschundenen Frau sucht ihn dann die Sünde heim: Die Zeit ist gekommen, die Blues-Gitarre zu stimmen und es mit dem Teufel aufzunehmen. Schwülstiges und vom Blues durchtränktes Südstaatendrama.

Ein dunkelhäutiger Mann im Unterhemd zieht an einer Kette, welche an etwas befestigt ist, was ausserhalb des Bildrandes und deshalb nicht erkennbar ist.

Bildlegende: Fürsorglicher Freiheitsentzug. SRF/Paramount Vantage, a Division of Paramount Pictures

Die Ehefrau von Lazarus (Samuel L. Jackson) ist mit dessen Bruder durchgebrannt. Nun sitzt der gottesfürchtige einstige Blues-Musiker allein in seinem abgeschiedenen Haus in Tennessee - dies jedoch nur, bis er Rae (Christina Ricci) aufgreift, die in der Nacht übel zugerichtet und aus einem Pick-up geworfen wurde. Lazarus nimmt Rae in seine Obhut. Schnell wird ihm bewusst, dass nicht nur ihre zahlreichen Schrammen und ein übler Husten der Pflege bedürfen. In fast schon animalischer Weise macht Rae ihrem Retter sexuelle Avancen, so dass dieser sich gezwungen sieht, die junge Frau in schwere Ketten zu legen. Mithilfe des Blues und eines befreundeten Pfarrers will er Rae den Teufel aus dem sündigen Leib treiben. Dabei hat Lazarus nicht mit ihrer Unbeugsamkeit gerechnet - und schon gar nicht damit, dass Rae einen Freund hat, der aus dem Militärdienst heimkehrt.

Samuel L. Jacksons beste Rolle

Im - auch an Überraschungen - reichen Oeuvre von Hollywood-Star Samuel L. Jackson ist «Black Snake Moan» eines der seltsameren Werke, dieses Südstaatendrama, bei dem sich die Frage aufdrängt, wie ernst es überhaupt genommen werden will. Jackson selbst bezeichnete seinen Auftritt dem Vernehmen nach als einen der besten seiner gesamten Karriere, und wie er in seiner Rolle des nach der Blues-Ikone R. L. Burnside gezeichneten Lazarus verschwindet, lässt sich ihm durchaus beipflichten. Kaum weniger Beachtung erheischt Christina Ricci in ihrer schrillen Rolle der nymphomanen Rae. Verantwortlich zeichnet für diesen aussergewöhnlichen Film Craig Brewer, der bereits in seinem vorherigen Film, dem vielbeachteten «Hustle & Flow», die heilsame Kraft der Musik beschworen hatte.

So ist denn auch die Musik die prägnanteste Nebendarstellerin dieses Filmes. Neben Blues-Legenden wie dem 2005 verstorbenen R. L. Burnside sind auch die erfolgreichen Blues-Rocker The Black Keys zu hören. Auf dem empfehlenswerten Soundtrack ist selbst Samuel L. Jackson mit nicht weniger als vier Songs vertreten.

Sendeplatz

Donnerstagnacht um 00:45 Uhr auf SRF 1.