Film-Tipp des Tages: Barney's Version

Der alternde Lebemann und TV-Produzent Barney Panofsky blickt angesichts seines sich abzeichnenden Endes auf sein ereignisreiches Leben zurück. Romanverfilmung mit einem grossartigen Paul Giamatti.

Ein Mann mit Vollbart sitzt mit Hemd und Hosenträgern an einem Tisch an einer Hochzezeit. Nebem ihm mit dem rechten Arm um seine Schulter gelegt sitze eine Frau, welche ihn anhimmelt.

Bildlegende: Paul Giamatti als Barney Panofsky, Minnie Driver als die zweite Frau Panofsky SRF/Three Amigos Productions Inc. Three Amigos (Quebec) Productions Inc. and Fandango S.R.L.

Barney Panofsky (Paul Giamatti) hat es zu einigem Wohlstand gebracht, doch Freunde hat der Lebemann sich dabei keine gemacht. Der saufende, rauchende, fluchende Fernsehproduzent «total unnötiger Filme» eckt an, wo er nur kann. Davon können die drei Ehefrauen (Rachelle Lefevre, Minnie Driver und Rosamund Pike), die er verschliss, ein Lied singen. So lief er der zweiten noch in der Hochzeitsnacht davon, um Nummer drei nachzujagen.
Eines ist Barney Panofsky jedoch nicht, und darauf legt er Wert: ein Mörder. Als ein Polizist im Hinblick auf lange zurückliegenden Ermittlungen ein Buch veröffentlich und den knorrigen 67Jährigen bezichtigt, seinen Jugendfreund Boogie (Scott Speedman) auf dem Gewissen zu haben, bringt Barney seine eigene Version der Ereignisse zu Papier. In Italien, wo Barney mit Boogie und anderen Bohémiens vor 40 Jahren ein zügelloses Leben genoss, beginnt eine Lebensbeichte wie keine andere.

«Bald lustig, bald tragisch, ist 'Barney's Version' die rührende Nabelschau eines alles andere als makellosen Kerls: grossartiges Schauspielerkino!», pries die Programmzeitschrift «Tele» diesen Film an, dessen Hauptrolle den Charaktermimen Paul Giamatti in einem Parforce-Ritt zu einem «Golden Globe» führte. Die Verfilmung des letzten Romans von Schriftsteller Mordecai Richler aus Montreal verlegt einen Schauplatz und die Erzählperspektive. Sie zeichnet aber ebenso fabulierfreudig das Porträt eines liebenswürdigen Ekels und schiesst genüsslich Pfeile gegen das künstlerische Establishment und den Kreis jüdischer Geschäftsleute in Montreal sowie die Fernsehbranche.

Neben Hauptdarsteller Giamatti brilliert Dustin Hoffman in der Rolle von Barneys Vater Izzy, der zielsicher auf Fettnäpfe zusteuert, Minnie Driver («Good Will Hunting») hinterlässt als zänkische Ehefrau Nummer zwei von allen dreien den nachhaltigsten Eindruck. Für sein reichhaltiges Schaffen in allerlei populären Fernsehserien wie «C.S.I. - Tatort Las Vegas» bekannt, ist der kanadische Regisseur Richard J. Lewis zum Fernsehen zurückgekehrt und dreht derzeit die Thriller-Serie «Person of Interest» mit James Caviezel. Von Paul Giamatti bekommen die zahlreichen Fans derzeit nur die Stimme zu hören: In der Originalversion der Zeichentrickfilme «The Congress» (ab heute in Deutschschweizer Kinos) und «Turbo» (ab 3. Oktober 2013).

Sendeplatz

Donnerstagnacht, um 00:15 auf SRF 1