Film-Tipp des Tages: City of Men

Die beiden Freunde Acerola und Laranjinha, die zusammen in einer Favela von Rio de Janeiro aufwuchsen, werden erwachsen und müssen sich neuen Herausforderungen stellen: Acerola wird Vater eines Sohnes, Laranjinha macht sich auf die Suche nach seinem Vater, den er nie kannte.

3 Männer schauen in die Ferne / im Hintergrund Copacobana von Rio

Bildlegende: Gangsterbosse Copyright SRF/Kinowelt

Die beiden Freunde Acerola (Douglas Silva) und Laranjinha (Darlan Cunha) kennen sich seit ihrer frühesten Kindheit. Zusammen haben sie unzählige Abenteuer erlebt und den harten Alltag in der Favela gemeistert. Doch jetzt steht das Erwachsenenleben vor der Tür. Acerola ist soeben Vater geworden und versucht, es besser zu machen als sein eigener Vater, den er nie kannte.

Auch Laranjinha ist vaterlos aufgewachsen. Er will nicht akzeptieren, dass er keinen Vater hat, und macht sich auf die Suche nach dem Mann, der ihn gezeugt hat. Durch seine Grossmutter findet er Heraldo (Rodrigo dos Santos), seinen Vater. Doch die Begegnung ist eine Enttäuschung.

Derweil brodelt es in der Favela. Die Drogenbosse liefern sich einen Kampf am anderen. Vor diesem Hintergrund entzweien sich Laranjinha und Acerola wegen eines Geheimnisses aus ihrer Vergangenheit, das ans Licht kommt. Auf einmal stehen die beiden Freunde nicht mehr auf derselben Seite.

Drogenbosse als Vaterersatz

«City of Men» ist der Titel einer 14-teiligen Fernsehserie, die in Brasilien mit grossem Erfolg im Fernsehen lief und auch bei SRF schon zu sehen war. Die Serie erzählt die Geschichte der beiden Teenager Laranjinha und Acerola, die in einer Favela aufwachsen. Der gleichnamige Spielfilm ist als Abschluss der Serie gedacht, besteht aber auch als eigenständige Geschichte.

Hinter «City of Men» stehen die Macher des oscarnominierten «City of God», unter anderen dessen Regisseur Fernando Meirelles. Regie führte aber nicht Meirelles, sondern Paolo Morelli. Das Thema des Filmes ist ganz klar Vaterschaft, gemäss Morelli eines der zentralen Themen der Favelabevölkerung. Väter sind oft abwesend, die Kinder wachsen bei ihren Müttern, Tanten und Grossmüttern auf und kennen ihre Väter oft gar nicht. Das ist mitunter ein Grund, so Morelli, wieso die Drogenbosse bei der Rekrutierung von jungen Männern so erfolgreich sind: Sie nehmen sie als Vaterersatz wahr.

Die Schauspieler, die Acerola und Laranjinha mimen, sind beide seit «City of God» dabei, ein Grossteil der Darstellerinnen und Darsteller aber sind Laien.

Sendeplatz

Montagnacht um 00:40 Uhr auf SRF 1.