Film-Tipp des Tages: «Das alte Haus»

Das alte Haus, in dem Joseph sein Leben verbracht hat, soll einem Neubau für Topverdienende weichen. Fachleute verwenden den Begriff der «Gentrifizierung» - für Leute wie Joseph bricht eine Welt zusammen.

Eine ältere Frau und ein älterer Mann stecken die Köpfe zusammen.

Bildlegende: Sie war sein erster Schatz: Heidi Maria Glössner als Lilly Ammann, Herbert Leiser als Joseph Ernst. SRF/Daniel Winkler

Seit dem Tod seiner Frau lebt Joseph Ernst (Herbert Leiser) zurückgezogen in dem Haus, in dem er sein ganzes Leben verbracht hat; einziger Begleiter ist sein Hund Leika. Als Hausabwart sorgt er für Ordnung im Haus, zu den Mietern pflegt er ein distanziertes Verhältnis. Im Erdgeschoss, neben der Bäckerei von Marlen Kramer (Karin Pfammatter), betreibt Joseph ein Fotostudio. Sein beschauliches Leben geht seinen gewohnten Gang.

Der Zahn der Zeit

Doch auf das Quartier kommen einschneidende Veränderungen zu: Alte Häuser werden reihenweise saniert oder abgerissen, um Neubauten Platz zu machen. Auch Joseph und den anderen Hausbewohnern wird gekündigt. Um den drohenden Abriss zu verhindern, verbündet sich Joseph mit den Mitmietern. Hilfe erhält er von seiner Jugendliebe Lilly (Heidi Maria Glössner). Auch sie ist in dem Haus gross geworden, bis es sie in die weite Welt hinauszog. Nun ist sie an den Ort ihrer Kindheit zurückgekehrt. Joseph lässt sich von den gemeinsamen Erinnerungen beflügeln und glaubt, in Lilly die ideale Komplizin für den Kampf gegen die Spekulanten gefunden zu haben.

Das Quartier, in dem Joseph Ernst aufgewachsen ist, droht zu verschwinden. Grosse Immobilienfirmen bauen und sanieren die alten Häuser, um sie dann um ein Vielfaches teurer neuzuvermieten - ein Prozess, dem die Figuren im Film verzweifelt entgegenzuhalten versuchen.

Über die Produktion

Die beiden Autorinnen Signe Astrup und Eva Vitija arbeiteten schon zum zweiten Mal zusammen: Nach dem Kinofilm «Sommervögel» (Regie: Paul Riniker) haben sie für «Das alte Haus» gemeinsam das Drehbuch verfasst. Unterstützt wurden sie dabei von Jan Poldervaart.

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