Film-Tipp des Tages: District 9

Ein Slum mit ausserirdischen Flüchtlingen wird den Bewohnerinnen und Bewohnern Johannesburgs lästig. Ein Beamter soll die Aliens aus ihren Wellblechhütten vertreiben. Packendes Sci-Fi-Spektakel aus Südafrika mit bitterbösen Seitenhieben auf Apartheid und Flüchtlingspolitik.

Ein Mann wird von drei Männern in einem ärmlichen Wohnviertel gepackt.

Bildlegende: Von Einheimischen attackiert. SRF/District 9 Ltd.

Als 1985 ein Raumschiff über Johannesburg auftaucht, weckt es nicht Terrorangst, sondern Mitleid. Die Schar der Ausserirdischen, die sich im gestrandeten Vehikel befindet, ist hilflos und am Ende ihrer Kräfte. Die Regierung errichtet kurzerhand ein Auffanglager, District 9.

Im Laufe der Jahre erschöpft sich die Geduld der Bevölkerung. Die wegen ihres Aussehens Shrimps genannten Aliens gelten als Schmarotzer und fallen den Bewohnern von Johannesburg zur Last. Das private Unternehmen MNU erhält den Auftrag, die unwillkommenen Besucher aus ihrem Getto in ein Lager weit weg von Johannesburg zu verfrachten - sämtliche 1,8 Millionen von ihnen.

Mensch und Alien

Der Beamte Wikus Van de Merwe (Sharlto Copley), Schwiegersöhnchen des MNU-Chefs, überwacht die Umsiedlung. Begleitet von einem Kamerateam geht er an vorderster Front in der Sperrzone von Wellblechhütte zu Wellblechhütte und lässt sich von den Aliens Einverständniserklärungen unterzeichnen. Von Beginn weg kommt es mit den nicht eben kooperativen Slumbewohnern zu Zwischenfällen. Wikus verletzt sich denkbar unglücklich und bemerkt an sich eine spektakuläre Verwandlung: Seine verletzte Hand mutiert zur Alienklaue. Dies macht ihn zum begehrten Forschungsobjekt für seinen multinationalen Arbeitgeber, der ganz eigene, niedere Ziele verfolgt.

Wikus türmt aus dem Labor, wo er seziert werden soll, und sucht nun seinerseits Schutz im Getto. Vom Jäger zum Gejagten geworden findet Wikus ausgerechnet in einem Ausserirdischen einen Waffenbruder im Kampf ums Überleben.

Mockumentary-Sensation aus Südafrika

Aus Südafrika kam 2009 die Sci-Fi-Perle des Kinojahres. Regisseur Neill Blomkamp gelang mit seinem Spielfilm-Début nicht nur spektakuläre, packende Unterhaltung, sondern ein bitterböser später Kommentar zum Apartheid-Regime Südafrikas ebenso wie zu Problemen in der Asylpolitik dieser Tage. Formal ist «District 9» als «Mockumentary» gestaltet. Wie nebensächlich schmuggelt der Regisseur und Trickexperte Blomkamp eine Fülle von Spezialeffekten in seine pseudodokumentarischen Bilder, die das Auge weit geschickter täuschen als das um Aufmerksamkeit buhlende Blendwerk in Filmen wie der «Transformers»-Reihe.

Sein Kino-Début gibt auch Hauptdarsteller Sharlto Copley, dessen Wikus Van de Merwe eine erstaunliche Wandlung von der Büromaus zur Einmann-Armee durchläuft. Copley hat danach als Murdock im Blockbuster «The A-Team» definitiv Hollywood erreicht. Löblich, dass er dennoch Zeit für ein weiteres gemeinsames Projekt mit Neill Blomkamp findet. Ihr Sci-Fi-Film «Elysium» mit Matt Damon und Jodie Foster läuft zur Zeit im Kino.

Sendeplatz

Samstag um 21:55 Uhr auf SRF zwei.