Film-Tipp des Tages: «Django Unchained»

Tarantino ist zurück: Diesmal erzählt er die Geschichte des Sklaven Django, der am Vorabend des amerikanischen Bürgerkriegs vom deutschen Kopfgeldjäger Doktor Schultz befreit wird und mit dessen Hilfe seine Frau sucht. Neowestern mit Jamie Foxx, Christopher Waltz und Leonardo DiCaprio.

Jamie Foxx als Django

Bildlegende: Entfesselt: Jamie Foxx als Django. SRF/2013 Sony Pictures Home Entertainment Inc.

1858, irgendwo in Texas: Der deutsche Kopfgeldjäger Schultz (Christopher Waltz) tarnt sich als reisender Zahnarzt und lenkt seine Kutsche durch die Wüste. Als er einer Gruppe von Sklaven begegnet, erklärt er den Sklaventreibern, dass er gerne einen der Gefangenen kaufen möchte. Die Wahl fällt auf Django (Jamie Foxx), der Doktor Schultz dabei behilflich sein soll, die berüchtigten Brittle Brüder aufzuspüren, auf die ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist.

Christopher Waltz als Dr. King Schultz und Jamie Foxx als Django.

Bildlegende: Ein ungleiches Paar auf Rachefeldzug: Christopher Waltz als Dr. King Schultz und Jamie Foxx als Django. SRF/2013 Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Auf ihrer gemeinsamen Reise wird aus dem ungleichen Paar nach und nach ein unschlagbares Duo. Doktor Schultz verabscheut die Sklaverei. Er vernimmt, dass Djangos Frau Broomhilda von Shaft (Kerry Washington) entführt wurde und auf der Farm des sadistischen Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) gefangen gehalten wird. Der Deutsche fühlt sich durch den Namen von Djangos Braut an die Nibelungensage erinnert. Begeistert von der Idee, einen schwarzen Siegfried getroffen zu haben, beschliesst er, Django zum perfekten Rächer auszubilden.

Viele Preise, viel Kritik

Als Quentin Tarantino 2012 «Django Unchained» ins Kino brachte, hagelte es von verschiedenen Seiten Kritik. Von Spike Lee musste Tarantino sich anhören, die amerikanische Sklaverei als Spaghettiwestern zu verkaufen, sei taktlos, denn diese sei ein «Holocaust» gewesen. Dass wiederrum Tarantino mit ziemlich an die Nieren gehenden Szenen diesen Holocaust wenigstens annähernd darzustellen versuchte, stiess den Fans von Tarantinos überzeichneten – und damit abstrahierbaren – Gewaltexzessen auf. Tarantinos mit unzähligen Zitaten und Verweisen auf die Filmgeschichte gespickten «Django Unchained» liess dann aber die Kinokassen klingeln. Auch mit Preisen für den Film wurde nicht gegeizt: Christopher Waltz erhielt für seine Schauspielleistung einen Golden Globe und einen Oscar als Bester Nebendarsteller, und Tarantino konnte dieselben Auszeichnungen für das Beste Drehbuch entgegennehmen.

Der österreichische Schauspieler Waltz avancierte mit Quentin Tarantinos «Inglorious Basterds» zum Hollywoodstar und war danach in «Water for Elephants» oder «Carnage» zu sehen, bevor ihn Tarantino ein weiteres Mal verpflichtete. An Waltz' Seite spielt der Komiker, Musiker und Schauspieler Jamie Foxx, der seinen Durchbruch 2004 mit der Rolle in «Collateral» feierte und im gleichen Jahr für seine Darstellung von Ray Charles in «Ray» mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Auch die Nebenrollen sind illuster besetzt. Es spielen Samuel L. Jackson und Leonardo DiCaprio, in zwei Cameos sind Franco Nero – Star von Sergio Corbuccis «Django»aus dem Jahr 1966 – und Quentin Tarantino zu sehen.

SRF zwei zeigt «Django Unchained» exklusiv in Zweikanalton deutsch/englisch.

Sendeplatz

Freitag um 22:45 Uhr auf SRF zwei.