Film-Tipp des Tages: «Ein Mann von Welt»

Ulrik muss sich nach vielen Jahren im Gefängnis wieder an das Leben draussen gewöhnen. Sein inzwischen erwachsener Sohn ist nicht gerade erfreut, ihn wiederzusehen, hat er doch seiner Freundin immer gesagt, sein Vater sei tot. Auch sonst scheint niemand auf Ulrik gewartet zu haben.

Ein Mann steht mit dem Rücken zum Tor eines Gefängnisses. Im Hintergrund steht ein anderer Mann in einer Uniform.

Bildlegende: Stellan Skarsgård als Ulrik. SRF/ARD Degeto/Paradox Produksjon

Vorwärts schauen: Diesen Ratschlag gibt ein Gefängniswärter dem entlassenen Häftling Ulrik (Stellan Skarsgård) mit auf den Weg. Doch schon Ulriks erste Begegnung erinnert ihn an seine Vergangenheit: Er trifft auf Jensen (Bjørn Floberg), einen Kleinganoven, für den Ulrik einst der Handlanger war. Jensen macht Ulrik klar, dass er nur dann wieder bei ihm mitmachen kann, wenn er sich an jenem Mann rächt, der ihn damals vor zwölf Jahren verpfiffen hat. Doch Ulrik interessiert sich herzlich wenig für den Verräter. Vielmehr will er wissen, was aus seiner Frau geworden ist und aus seinem Sohn Geir (Jan Gunnar Røise).

Niemand hat auf seine Rückkehr gewartet

Ulrik muss rasch feststellen, dass niemand auf ihn gewartet hat. Geir ist zwar von dem Besuch seines Vaters angetan, stellt ihn dann aber seiner Freundin als Onkel vor, weil er ihr nämlich gesagt hat, sein Vater sei tot. Ein Vater im Gefängnis, noch dazu wegen Mordes - das wollte er Silje (Julia Bache-Wiig) nicht zumuten. Zumal diese hochschwanger ist.

Ulrik heuert bei einem Automechaniker an und lernt dort Merete (Jannike Kruse) kennen. Als er feststellt, dass sie von ihrem Mann geschlagen wird, kann er nicht zusehen und mischt sich ein. Nicht nur damit schafft er sich Probleme; weil er sich noch nicht an seinem Verräter gerächt hat, rückt ihm Jensen richtig auf die Pelle.

Freakshow und wohliges Zuhause

2014 überraschte der Norweger Hans Petter Moland mit dem komödiantischen Thriller «Kraftidioten» mit Stellan Skarsgård in der Hauptrolle. Einige Jahre zuvor hatten der norwegische Filmemacher und der schwedische Topschauspieler schon einmal zusammengearbeitet, nämlich bei der Tragikomödie «Ein Mann von Welt». Moland entwirft darin eine kleine Welt, die zunächst wie eine Freakshow anmutet, mehr und mehr aber zum wohligen Zuhause des Exhäftlings Ulrik wird. Als dieser agiert ein durch und durch überzeugender Skarsgård, und auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Es spielen unter anderen Jon Øigarden («Mammon»), Julia Bache-Wiig («Acquitted»), Jan Gunnar Røise («Lilyhammer»).

Sendeplatz

Donnerstagnacht um 00:15 Uhr auf SRF 1