Film-Tipp des Tages: Elegy oder die Kunst zu lieben

Ein alternder, aber immer noch agiler Professor rühmt sich, trotz unzähliger Affären keine Frau zu nah an sich heranzulassen. Als er sich auf eine Liebesaffäre mit einer schönen Studentin einlässt, kann er sich ihrem Zauber jedoch nicht entziehen.

Frau und Mann halten sich und laufen neben einander

Bildlegende: Ben Kingsley als David Kepesh, Penélope Cruz als Consuela Castillo SRF/Degeto Film

Der alternde Literaturprofessor David Kepesh (Ben Kingsley) legt seit der Scheidung von seiner Frau viele Jahren zuvor grossen Wert auf seine Unabhängigkeit und Ungebundenheit. Den Reizen des weiblichen Geschlechts ist er deswegen nicht abgeneigt, gelegentliche Affären mit Studentinnen und eine rein sexuelle Beziehung zur Geschäftsfrau Carolyn (Patricia Clarkson) scheinen dem Zyniker aber genug an Nähe. Und wenn ihn die Angst vor dem Älterwerden oder gar dem nahenden Tod beschleicht, bespricht er diese mit seinem guten Freund, dem Dichter George O'Hearn (Dennis Hopper).

Als David in einem seiner Kurse Consuela Castillo (Penélope Cruz) kennenlernt, eine Studentin aus Kuba, scheint die Zeit für die nächste kurze Affäre reif. Doch die schöne Kubanerin, die eine melancholische, ja geheimnisvolle Aura umgibt, lässt den Professor nicht mehr los. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Beziehung. David lässt sich auf eine emotionale Nähe ein, wie er sie noch nie gekannt hat, und droht sich in der Beziehung zu verlieren. Statt sich darauf einzulassen und damit umzugehen, kämpft er mit allen Mitteln gegen seine übermächtigen Gefühle an. Er tut alles, um seine Souveränität zurückzugewinnen - und bezahlt dafür einen hohen Preis, als Consuela ihn verlässt. Die Trennung schmerzt mehr, als er sich hätte träumen lassen. Als er seine Liebe endlich überwunden glaubt, meldet sich Consuela unerwarteterweise bei ihm mit einer ungewöhnlichen Bitte, die ihre Beziehung in eine völlig neue Richtung lenkt.

Über den Film

Die Katalanin Isabel Coixet hat seit Beginn ihrer Karriere als Filmemacherin - davor war sie erfolgreich als Werbetexterin und Kreativdirektorin einer eigenen Produktionsfirma für Werbespots tätig - immer wieder die grossen Themen Liebe und Tod in den Mittelpunkt ihrer Filme gestellt. Dabei schafft sie es bei der Inszenierung schwierigster Lebensfragen stets, subtile zwischenmenschliche Töne anklingen zu lassen und bettet diese in poetische, atmosphärische Bilder, die ihr langjähriger Kameramann Jean-Claude Larrieu auf die Leinwand zaubert.

Coixets englischsprachige Werke «Things I Never Told You», «My Life Without Me» und «The Secret Life of Words» haben international diverse Preise abgeholt und ihr ein begeistertes und treues Arthouse-Publikum weltweit beschert, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie bekannte Darsteller zu intensiven Schauspielleistungen zu bewegen vermag. Für «Elegy», die Verfilmung von Philip Roth' Roman, konnte sie Ben Kingsley und Penélope Cruz verpflichten, die als Liebespaar perfekt harmonieren und die starke Verbindung der beiden ungleichen Menschen fühlbar machen.

Sendeplatz

Sonntag um 23:40 Uhr auf SRF zwei.