Film-Tipp des Tages: «Erin Brockovich»

Eine allein erziehende Mutter besorgt sich einen Job in einer Anwaltskanzlei und kommt einem riesigen Umweltskandal auf die Spur. Steven Soderbergh hat die auf Fakten basierende Geschichte der engagierten Frau verfilmt.

Mann und Frau stehen nebeneinander

Bildlegende: Albert Finney als Ed Masry, Julia Roberts als Erin Brockovich Copyright SRF/Universal Pictures, Inc.

Erin Brockovich (Julia Roberts), die zweifach geschiedene Mutter dreier Kinder, hat es nicht leicht im Leben. Nach einem missglückten Bewerbungsgespräch wird sie auch noch schuldlos in einen Autounfall verwickelt und steht vor einem Berg Schulden. In ihrer Verzweiflung fordert sie ihren Anwalt Ed Masry (Albert Finney) auf, für sie in seiner Kanzlei einen Job zu schaffen.

Beim Sortieren der Akten stösst die ungebildete Erin auf Ungereimtheiten in einer Immobiliensache. Der Konzern Pacific Gas & Electric hat die Arztbesuche von Leuten bezahlt, die in der Nähe einer seiner Fabriken wohnen. Erin beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen, und kommt einer riesigen Chromverseuchung des Trinkwassers auf die Spur. Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Gebiets sind tödlich erkrankt. Als zu Hause Erins Kindermädchen abspringt, erklärt sich der nette Biker George (Aaron Eckhart), der sich in Erin verliebt hat, glücklicherweise bereit, auf die Kinder aufzupassen. Sie hat sich nämlich - gegen den Widerstand ihres Bosses - schon viel zu sehr in den Fall verbissen. Doch schliesslich kann sie Ed Masry überzeugen, den Kampf gegen den Riesenkonzern aufzunehmen.

Über den Film

Der überragende Erfolg von «Erin Brockovich» ist wohl vor allem der Zusammenarbeit von Regisseur Steven Soderbergh und Hauptdarstellerin Julia Roberts zu verdanken. Für Julia Roberts war die Verkörperung des «Robin Hood auf Stöckelschuhen» («Der Spiegel») eine Möglichkeit, von romantischen Komödien wie «Notting Hill» und «Runaway Bride» wegzukommen und als Charakterdarstellerin eine Aussenseiterin aus der Unterschicht zu spielen. Die Titelheldin Erin Brockovich, der Inbegriff von «white trash», hat keine Bildung, ist manchmal leicht vulgär, trägt aber das Herz auf dem rechten Fleck. Sie erhielt für ihr engagiertes Spiel einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin, während Regisseur Steven Soderbergh leer ausging.

Soderbergh hat Julia Roberts seither die Treue gehalten und kleinere Rollen in drei weiteren Projekten («Ocean's Eleven», «Full Frontal», «Ocean's Twelve») angeboten. Für einige Zeit hatte sich Roberts - inzwischen dreifache Mutter - auf der Leinwand eher rar gemacht. 2010 war sie dann aber in der Verfilmung von Elizabeth Gilberts autobiografischem Bestseller «Eat, Prey, Love» im Kino zu sehen, gemeinsam mit Javier Bardem, James Franco und Billy Crudup. Im selben Jahr stand sie zusammen mit Tom Hanks vor der Kamera für die Komödie «Larry Crowne».

Sendeplatz

Sonntag um 21:45 Uhr auf SRF zwei