Film-Tipp des Tages: «Heat»

Nach einer Serie von ausgeklügelten Raubüberfällen hat sich Detective Vincent Hanna zum Ziel gesetzt, das geniale Verbrecherhirn hinter diesen Coups dingfest zu machen. Im grandiosen Thriller «Heat» von 1995 standen sich die Schauspielerlegenden Robert De Niro und Al Pacino zum ersten Mal gegenüber.

Ein Mann mit Bart in Anzug und Kravatte.

Bildlegende: Robert De Niro als Neil McCauley. SRF/Warner Bros.

30 Sekunden ist die Zeitlimite, die sich Neil McCauley (Robert De Niro) gesetzt hat, um zu verschwinden. Nichts darf den Profigangster länger binden, nichts darf einer Flucht im Weg stehen. Dieser Lebensphilosophie kommt nach einem nicht ganz reibungslos verlaufenen Raubüberfall vermehrt Bedeutung zu. Zusammen mit seiner Gang - Chris Shiherlis (Val Kilmer), Michael Cheritto (Tom Sizemore) und Nate (Jon Voight) - hat er eine ganze Serie «krummer Dinger» gedreht, aber als der psychopathische Waingro (Kevin Gage) zum ersten Mal mitmischt, wird aus dem Meisterplan ein Massaker.

Ohne ersichtlichen Grund erschiesst der Neuling drei Wachleute des überfallenen Geldtransports. Nach dem gelungenen Abgang vom Tatort möchte McCauley den gefährlichen Kerl gleich selber erledigen. Doch diesem gelingt es, sich aus dem Staub zu machen. Genervt über das Vorgehen McCauleys will sich Waingro an ihm rächen und droht, ihn zu verraten. Doch die Lage wird für das kriminelle Superhirn noch brenzliger. Detective Vincent Hanna (Al Pacino) hat sich in die Serie von Raubüberfällen verbissen. Nach den kaltblütigen Morden ist er nun doppelt motiviert, den Kopf der Bande zur Strecke zu bringen.

Manischer Jäger gegen Profikiller

Regisseur und Drehbuchautor Michael Mann suchte mit grosser Sorgfalt die Schauplätze für sein fast dreistündiges Thrillerepos «Heat» aus und liess Kameramann Dante Spinotti Los Angeles in vorzüglich komponierten Bildern einfangen. De Niro gibt den Profikriminellen McCauley mit kaltblütiger Berechnung, aber nicht ohne menschliche Züge. Er ist keine Maschine, sondern ein Mann, der klare Prioritäten setzt. In dieser Hinsicht und vielem anderen sind sich der Räuber und der Polizist Hanna ähnlich. Pacinos Cop ist ein extremer Workaholic, ein manischer Jäger, der alle Hebel in Bewegung setzt, um seine Beute zur Strecke zu bringen.

Pacino und De Niro gehören zu den besten Schauspielern ihrer Generation. In «Heat» standen sie endlich das erste Mal gemeinsam vor der Kamera - denn in Francis Ford Coppolas «The Godfather II» waren sie zwar ebenfalls beide aufgetreten, jedoch nie gleichzeitig auf der Leinwand zu sehen gewesen.

Sendeplatz

Freitagnacht um 23:10 Uhr auf SRF zwei