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Film & Serien Film-Tipp des Tages: «Intolerable Cruelty»

In «Intolerable Cruelty – Ein unmöglicher Härtefall» erzählen die Coen-Brüder die Geschichte eines zynischen kalifornischen Scheidungsanwalts, der sich in eine attraktive Heiratsschwindlerin verliebt. Turbulente und selbstironische Screwball-Komödie.

Zwei Männer sehen überrascht aus.
Legende: Glauben nicht, was sie hören: Paul Adelstein als Wrigley, George Clooney als Miles Massey SRF/2003 Universal Studios

Miles Massey (George Clooney) ist selbstverliebt, eitel, aber auch ein äusserst erfolgreicher Scheidungsanwalt. Und er ist bekannt dafür, dass er für die superreichen Heirats- und Scheidungswilligen von Beverly Hills immer die besten Deals herausholt - auch wenn er es dafür mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt. Sein neuester Klient ist Rex Rexroth (Edward Hermann), dessen attraktive Frau Marilyn (Catherine Zeta-Jones) ihn mithilfe eines Detektivs (Cedric the Entertainer) des Ehebetrugs überführt hat und jetzt eine Abfindungssumme in Millionenhöhe fordert. Vor Gericht entlarvt Massey sie als skrupellose Heiratsschwindlerin und gewinnt den Fall.

Der ultimative Rosenkrieg

Umso erstaunlicher ist es, dass Marilyn kurze Zeit später mit einem neuen Heiratskandidaten in Masseys Kanzlei auftaucht und von ihm verlangt, dass er für sie einen Ehevertrag aufsetzt. Darin will sie auf alle Geldforderungen im Falle einer Scheidung verzichten - aus reiner Liebe, wie sie behauptet.

Doch Massey glaubt ihr kein Wort. Denn was sollte eine Lady wie Marilyn schon an dem ungehobelten texanischen Ölmillionär Howard (Billy Bob Thornton) finden? Fasziniert beobachtet er, wie sie ihre unmoralischen Spielchen spielt, und merkt dabei nicht, wie er selber immer mehr in ihren Bann gerät. Der ultimative Rosenkrieg kann beginnen.

Unkonventionelles Setting

Mit «Intolerable Cruelty» wagten sich die Coen-Brüder erstmals in die glamouröse Welt der High Society. Ihre Protagonisten sind in dem Film weder lakonisch-depressiv, wie sie es in «Fargo» waren, noch lethargisch-vergammelt wie in «The Big Lebowski», sondern gehören mit ihrem pointierten Witz, ihrer eleganten Garderobe und ihren luxuriösen Häusern zu den Superreichen, deren einzige Sorge millionenschwere Eheverträge und -scheidungen zu sein scheinen.

Hommage an altes Hollywood

Nach dem Vorbild der klassischen Screwball-Komödien der 1930er-Jahre und mit dem ihnen eigenen Hang zur Satire und Skurrilität entfachen die Coens einen Geschlechterkampf der durch und durch vergnüglichen Art: George Clooney, der im Moment gerade mit dem neusten Coen-Film «Hail, Cesar!» die Kinogänger erfreut, gibt den verwöhnten Erfolgsmenschen Massey mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Zu Recht wird er dafür in verschiedenen Kritiken mit Cary Grant verglichen. Und Catherine Zeta-Jones als gewiefte Heiratsschwindlerin Marilyn ist ihm eine ebenbürtige Gegnerin. Auch die Nebenrollen sind mit Geoffrey Rush, Billy Bob Thornton und Edward Hermann hochkarätig besetzt.

Sendehinweis

Dienstag Nacht um 00:00 auf SRF zwei.