Film-Tipp des Tages: «Kill Bill - Volume 2»

Drei Namen stehen noch auf der Todesliste: Sidewinder, Elle Driver und natürlich Bill. Im zweiten Teil von Tarantinos «Kill Bill» dezimiert Uma Thurman als die Braut weiterhin mit Samuraischwert ihre Feinde. Die Reise führt sie schliesslich zu den Klängen Ennio Morricones zum Showdown nach Mexiko.

Ein älterer Mann mit langen Haaren und einer Waffe in der Hand.

Bildlegende: David Carradine als Bill. SRF/Miramax Films

Der Rachefeldzug der Braut (Uma Thurman) ist erst zu Ende, wenn das Killerkommando «The Deadly Viper Association Squad», das bei ihrer Hochzeit ein Blutbad anrichtete, gänzlich ausgelöscht ist.

Als nächstes steht Bills kleiner Bruder Bud (Michael Madsen) auf ihrer Todesliste, doch dieser kann sie überwältigen und denkt sich eine besonders sadistische Todesart aus: Die Braut wird lebendig begraben. Im dunklen Erdreich hat sie Zeit, ihre Vergangenheit Revue passieren zu lassen, und so erfährt das Publikum, wie Bill seinen Schützling in jungen Jahren beim Kung-Fu-Meister Pai Mei (Chia Hui Lui) zum Training absetzte, der die junge Frau zu demütigen verstand. Nun wird die strenge Lehre ihr Leben retten.

Dialogreicher und verhaltener

Unterdessen ist die einäugige Elle Driver (Daryl Hannah) auf der Suche nach der Braut ebenfalls in Buds Wohnwagen eingetroffen und hat ihn kaltblütig ausgeschaltet. Es kommt zum Kampf der beinahe ebenbürtigen Blondinen, die beide von Pai Mei ausgebildet wurden. Der Weg der Braut ist damit jedoch noch nicht zu Ende, denn auf ihrer Liste steht als letzter Name jener von Bill (David Carradine).

Es ist nie ganz klar geworden, ob Quentin Tarantino die «Kill Bill»-Filme von Anfang zweiteilig geplant hat oder ob dies die Idee seines Produzenten Harvey Weinstein war. «Kill Bill - Volume 2» formt den Rachefeldzug der Braut zu einem epischen Ganzen und schlägt gleichzeitig einen ganz neuen Ton an. Während sich im ersten Teil des Rachefeldzugs teils drastisch überhöhte Gewaltszenen aneinanderreihen, ist der zweite Teil dialogreicher, verhaltener und lässt mittels Rückblenden gar selbstreflexive Momente zu. Aber auch «Volume 2» ist von grosser stilistischer Eleganz und geprägt von zahlreichen popkulturellen Referenzen: Neben dem asiatischen Genre-Kino und den amerikanischen B-Movies verweist Tarantino im zweiten «Kill Bill»-Teil in einer liebevollen Hommage auf den Spaghettiwestern. Nach John Travolta in «Pulp Fiction» und Pam Grier in «Jackie Brown» hat Tarantino mit «Kung Fu»-Star David Carradine einer weiteren Ikone seiner Jugend zu einem fulminanten Comeback verholfen.

Der zweite Teil des «Kill Bill»-Epos hat viele Kritiker überzeugt, die nach dem ersten Teil noch ein wenig ratlos waren. So lobte der «Film-Dienst»: «Ein Actionfilm voller Zitate und Querverweise, der durch den furiosen Einsatz zahlreicher filmischer Mittel fasziniert, sich als doppelbödiges Experiment erweist und durch seinen Hauptdarsteller David Carradine auch der amerikanischen Fernsehgeschichte seine Reverenz erweist.»

Sendeplatz

Freitag um 23:10 Uhr auf SRF zwei