Film-Tipp des Tages: New York, I Love You!

Charmante, leichtfüssige und abwechslungsreiche Hommage an den Big Apple: Elf namhafte Regisseure inszenieren New Yorker Geschichten mit Natalie Portman, Orlando Bloom, Shia LaBeouf und anderen.

Ein Mann und eine Frau stehen auf einem Bürgersteig. Es ist Nacht. Beide rauchen Zigarette. Die Frau trägt einen Mantel.

Bildlegende: Ethan Hawke als Schriftsteller, Maggie Q als Prostituierte SRF/Ascot Elite

Der junge Taschendieb Ben (Hayden Christensen) findet in der Brieftasche eines Opfers das Foto der schönen Molly (Rachel Bilson), an die er sein Herz verliert. Im Diamond District von Manhattan geraten sich die jüdische Geschäftsfrau Rifka (Natalie Portman) und der indische Diamantenhändler Mansukhbai (Irrfan Khan) beim Feilschen um einen wertvollen Stein wegen unterschiedlicher religiöser Auffassungen in die Haare. Ein Apotheker «leiht» einem Teenager seine im Rollstuhl sitzende Tochter für den Abschlussball aus - die Nacht endet mit einer Überraschung. In Greenwich Village entwickelt sich aus einem One Night Stand die grosse Liebe.

Der Filmkomponist David (Orlando Bloom), der in einer schäbigen Bleibe an der Upper West Side haust, schmeisst mangels Ideen seinen Job und begegnet der mysteriösen Camille (Christina Ricci), die er bisher nur per Telefon und E-Mail kannte. An der Upper East Side in einem alten Hotel hat eine ehemalige Operndiva (Julie Christie) eine schicksalhafte Begegnung mit einem hinkenden Pagen (John Hurt). Laut zankend spaziert ein älteres Ehepaar (Eli Walach und Cloris Leachman) an der Strandpromenade des Brighton Beach. Ob für einen Tag oder ein ganzes Leben, in New York begegnen sich Tag für Tag unzählige Menschen, die sich verlieben - denn das Liebeskarussell steht im Big Apple nie still.
«New York, I Love You!» ist nach «Paris, je t'aime» der zweite Teil der «Cities of Love»-Serie, die vom Franzosen Emmanuel Benbihy kreiert und produziert wurde. In Produktion beziehungsweise Planung sind «Shanghai, I Love You», «Berlin, I Love You», «Jerusalem, I Love You» und «Rio, Eu Te Amo». Für die Geschichten universeller Liebe in den mythischen Städten der Welt gewährt der Produzent den Filmemachern jeweils zwei Tage Drehzeit mit einem selbst gewählten Kameramann und eine Woche Schnitt mit einem Cutter, die übrige Crew bleibt über die insgesamt acht Wochen Drehzeit gleich. Für «New York, I Love You» musste sich jeder Regisseur und jede Regisseurin für einen der New Yorker Stadtteile entscheiden und dort ein amouröses Zusammentreffen im weitesten Sinn inszenieren.

Dafür hat Benbihy nicht die üblichen Verdächtigen - Woody Allen, Spike Lee, Martin Scorsese -, sondern eine internationale Truppe von renommierten Filmemachern gewinnen können, etwa den türkischstämmigen Deutschen Fatih Akin («Soul Kitchen»), die Inderin Mira Nair («Monsoon Wedding»), den in Israel geborenen Franzosen Yvan Attal («Ma femme est une actrice») sowie Hollywood-Star Natalie Portman, die mit ihrer Episode gleichzeitig ihre Regiekarriere einläutet. Die Sicht von aussen trägt dazu bei, dass in «New York, I Love You!» neue Ein- und Ansichten, aber auch altbekannte Klischees zu einem vielfältigen und abwechslungsreichen Ganzen zusammengewachsen sind.

Sendeplatz

Montagnacht, um 00:45 auf SRF 1.