Film-Tipp des Tages: Nicht dran denken

Die erfrischende italienische Familienkomödie «Non pensarci» mit ihrem nonchalanten Humor und frechen Soundtrack wurde vielfach ausgezeichnet und war in Italien ein Hit. SRF zeigt die warmherzige Tragikomödie in Zweikanalton.

Zwei Männer und zwei Frauen am Rand eines Pools, in dem Delphine schwimmen.

Bildlegende: Entspannung im Delfinarium: Valerio Mastandrea als Stefano Nardini, Anita Caprioli als Michela Nardini. SRF/Xenix Filmdistribution)

Stefano (Valerio Mastandrea) ist früh aus seiner Geburtsstadt geflohen, hat sich von einer bürgerlichen Existenz verabschiedet und lebt nun als Mitdreissiger mässig erfolgreich als Punk-Rocker in Rom. Doch mehr und mehr merkt er, dass seine Konkurrenten 15 Jahre jünger sind und die Fans seine Bandkollegen nach dem «stage diving» nicht mehr auffangen. Als auch noch der neueste CD-Deal platzt und er seine Freundin mit einem anderen erwischt, packt er seine Gitarre, um bei seinen Eltern in Rimini eine Auszeit zu nehmen. Dort wird der verlorene Sohn mit offenen Armen empfangen.

Bald muss er aber merken, dass daheim auch nicht mehr alles ist, wie es war. Sein Vater (Teco Celio) spielt nach einem Herzinfarkt nur noch Golf, und seine Mutter (Gisella Burinato) besucht schamanistische Kurse, um ihr Glück zu finden. Zudem hat seine Schwester Michela (Anita Caprioli) das Studium abgebrochen, um sich vollamtlich um Delphine zu kümmern, und sein Bruder Alberto (Giuseppe Battiston) lebt nicht nur in erbittertem Scheidungskampf, sondern treibt auch das Familienunternehmen, eine Kirschkonservenfabrik, in den Ruin. Soll nun ausgerechnet Stefano, das schwarze Schaf der Familie, wieder Ordnung in die Verhältnisse bringen?

Über die Produktion

Gianni Zanasis tragikomische Familienkomödie «Non pensarci» überraschte sowohl Kritik wie Publikum. Solch trockenen Humor und charmante Leichtigkeit in einem kleinen Independent-Film hat man im italienischen Kino schon lange nicht mehr gesehen. So schrieb der «Züri-Tipp»: «Man hat in den letzten Jahren das Gefühl bekommen, es gebe in Italien nur noch Komödien wie die fabrikmässig produzierten Dinger aus der Serie 'Natale in...' Doch nun hat der 1965 geborene Regisseur und Drehbuchautor Gianni Zanasi mit 'Non pensarci', seinem vierten Film, die schönste Familienkomödie seit langem geschaffen.»

Sehr einfühlsam geht Zanasi in «Non pensarci» der Frage nach, was aus den grossartigen Lebensentwürfen der heutigen Mittdreissiger geworden ist. Das Leben, so macht er schon zu Beginn klar, ist ein fortwährender Sprung ins Ungewisse, der manchmal auch auf dem harten Boden der Tatsachen endet. Neben dem hervorragenden Hauptdarsteller Valerio Mastandrea bezaubert «Non pensarci» auch durch eine eklektische Musikauswahl von schwermütigem Indie-Rock über Chopin bis zu italienischem Schlager, was den «Tages-Anzeiger»-Kritiker zu folgendem Vergleich animinierte: «Gianni Zanasis Film ist erzählt wie ein Pop-Song, atmet aber die vitale Melancholie des Canzone.» «Non pensarci», welcher am Filmfestival Venedig verschiedene Preise entgegennehmen durfte, war in Italien ein solcher Hit, dass Zanasi aus dem Stoff eine zwölfteilige Fernsehserie entwickelte.

Sendeplatz

Montagnacht um 01:30 Uhr auf SRF 1.